Elektro kommt

Martin Schrüfer,

UPS testet neues E-Fahrzeug in Köln

UPS und BPW haben unlängst bekannt gegeben, dass sie gemeinsam ein neues E-Fahrzeugmodell in Deutschland testen. Das Zustellfahrzeug ist ein umgebauter Dieselwagen. Anstatt eines Dieselmotors sorgt nun ein von BPW entwickeltes elektrisches Antriebssystem für die nötige Leistung. Das Fahrzeug mit dem elektronischen zweimotorigen Hinterachsantrieb kommt beim Zustellen von Sendungen in der Kölner Innenstadt zum Einsatz. Mit dem Test neuer Fahrzeuge verfolgt UPS zwei Ziele: Der Logistikdienstleister arbeitet kontinuierlich daran, seine Services nachhaltiger zu gestalten und bietet Mittelständlern gleichzeitig die Möglichkeit, neue Technologien zu testen.

Schlüsselübergabe in Köln: Markus Schell (BPW), Frank Sportolari (UPS), Andreas Rimkus (MdB, Sprecher des Parlamentskreises Elektromobilität). © UPS / Olaf-Wull Nickel

„Mit dem von BPW umgebauten Elektrofahrzeug gehen wir neue Wege in der Automobiltechnik und unterstützen die Innovationskraft des Mittelstands. Natürlich sind wir gespannt, wie sich der Antrieb im täglichen Betrieb bewährt", sagt UPS Deutschlandchef Frank Sportolari. „Unser Ziel ist es, dass bis 2020 25 Prozent unserer neuen Fahrzeuge mit alternativen Kraftstoffen fahren oder durch andere fortschrittliche Technologien angetrieben werden. Für uns ist das Teil der kontinuierlichen Transformation des globalen Logistiknetzwerks von UPS – und es ist eine greifbare, sichtbare Veränderung, die täglich auf den Straßen der Gemeinden, in denen wir arbeiten, zu beobachten ist."

Bei dem aktuell bereits auf den Straßen Kölns fahrenden Testfahrzeug handelt es sich um ein konventionelles 7,5 Tonnen-Zustellfahrzeug, das mit einer zweimotorigen elektronisch angetriebenen Hinterachse nachgerüstet wurde. Es hat eine Reichweite von etwa 100 Kilometern. Die Technologie kommt aus dem Hause BPW. Die beiden Motoren und das Getriebe sind direkt in die Hinterachse integriert. Für Strom sorgt eine 84 Kilowattstunden starke Batterie. Sie kannausreichen, um einen Haushalt mit vier Personen für eine Woche mit Strom zu versorgen1. Die Kombination aus unabhängigen Antrieben an jedem Hinterrad und der Leistung der Motoren erhöht die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs. So erhält beispielsweise auf rutschigen Straßen jedes Rad das optimale Drehmoment für die erforderliche Beschleunigungskraft.

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„Der elektrische Achsantrieb ist die überlegene Lösung für die Zukunft des Stadtverkehrs. Ohne Nutzlast zu verlieren, reduziert er im Vergleich zu einem herkömmlichen Verbrennungsmotor Verschmutzung und Lärm deutlich. Mit kraftvollen 3.290 Newtonmetern pro Rad hat unsere E-Transport-Antriebstechnik fast das Zehnfache des Drehmoments eines durchschnittlichen Vierzylinder- Verbrennermotors, sodass sie hohe Nutzlasten und die für den Stadtverkehr typischen steilen Steigungen bewältigen kann", sagt Markus Schell, geschäftsführender Gesellschafter von BPW. „Wir freuen uns sehr, dass UPS, eines der weltweit größten Kurier-, Express- und Paketlogistikunternehmen unser Antriebssystem zum ersten Mal und in großem Umfang testet."

Seit 2008 setzt UPS in Deutschland Elektrofahrzeuge für die Paketzustellung ein. Da es derzeit keine rein elektrischen 7,5-Tonnen-Fahrzeuge auf dem Markt gibt, begann UPS im Jahr 2010 mit der Umrüstung konventioneller Dieselfahrzeuge. Derzeit sind in Deutschland mehr als 80 vollelektrische Fahrzeuge im Einsatz, vor allem solche der 7,5-Tonnen-Klasse. Um seine Ziele zur Emissionsreduzierung zu unterstützen, hat sich UPS zum Ziel gesetzt, bis 2025 40 Prozent seines Kraftstoffs aus kohlenstoffarmen oder alternativen Kraftstoffen zu beziehen. Darüber hinaus werden bis 2020 jährlich ein Anteil von 25 Prozent der Neuwagenkäufe aus solchen mit alternativen Kraftstoffen oder Fahrzeugen der Spitzentechnologie bestehen.

„Die Zusammenarbeit zwischen UPS und BPW trägt dazu bei, Innovationen in der gesamten Automobilindustrie voranzutreiben und bietet nachhaltige Verkehrsmittel, die als Praxislabor für Veränderungen dienen", sagt Luke Wake, Automotive Director, UPS International. „UPS verfügt über ein globales Netzwerk, das bahnbrechende Innovationen von Zulieferern und Herstellern von Fahrzeugkomponenten integrieren und somit testen kann. Das sorgt für Fortschritt auf dem Automobilmarkt, der nachhaltige und emissionsarme Lösungen schneller voranbringen kann, die heute schon sehr gut funktionieren und in Zukunft sogar noch verbessert werden können."

„Kleine und mittlere Unternehmen des deutschen Mittelstandes sind hochinnovativ und schaffen Produkte und Dienstleistungen, die uns als Unternehmen helfen, für unsere Kunden besser – oder in diesem Fall effizienter –zu werden", sagt Thomas Zeller, Marketing Direktor UPS Deutschland. „UPS ist ein großer Unterstützer des Mittelstandes. Wir helfen den Unternehmen, ihre Produkte weltweit zu testen und zuverlässig auf den Markt zu bringen."

Mit seinem Ansatz der „Rollenden Labore" setzt UPS weltweit rund 10.000 emissionsarme Fahrzeuge ein, um festzustellen, welche alternativen Kraftstoffe und Fahrzeuge der Spitzentechnologie auf verschiedenen Routen und Arbeitszyklen am besten funktionieren. Dazu gehören vollelektrische, hybridelektrische, hydraulische Hybridantriebe, sowie die Kraftstoffe Ethanol, komprimiertes Erdgas (CNG), verflüssigtes Erdgas (LNG) und Propan.

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