Timocom Transportbarometer

Martin Schrüfer,

Transportunternehmen mit 12 Prozent Minus

Deutschlands Transportunternehmen haben im dritten Quartal 2019 weniger Geschäfte gemacht als im Vorjahr. Von Juli bis September gingen die innerdeutschen Lkw-Transporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent zurück. Dennoch sei der konjunkturbedingte Abwärtstrend, der sich bis Mitte des Jahres bei der Nachfrage nach Transportleistungen in Europas erstem Smart Logistics System abzeichnete, gestoppt. Das berichtet das IT-Unternehmen Timocom in seiner Analyse zum dritten Quartal 2019 mit Blick auf das Transportbarometer.

Deutschlands Transportunternehmen haben im dritten Quartal 2019 weniger Geschäfte gemacht als im Vorjahr. Von Juli bis September gingen die innerdeutschen LKW-Transporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent zurück. © Timocom

Mit dem Transportbarometer analysiert Timocom seit 2009 die Entwicklung von Transportangebot und -nachfrage der im Smart Logistics System integrierten Smart Apps Frachten und Laderaum. Mehr als 130.000 Nutzer generieren täglich bis zu 750.000 internationale Laderaum- und Frachtangebote.

10 Jahre Transportbarometer

Bei der Entwicklung in Großbritannien spiegelt das TIMOCOM Transportbarometer die große Marktverunsicherung, die im Zuge der Brexit-Diskussion in der europäischen Wirtschaft herrscht, wider. Während die Zahl der Frachtangebote aus den EU-Ländern nach Großbritannien in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres um 56 Prozent eingebrochen ist, wird aktuell wieder mehr in Richtung Insel transportiert. Fecke: „Im dritten Quartal beobachten wir wieder eine Aufstockung der Lagerbestände, was zeigt, dass sich Firmen, die im Vereinigten Königreich mit einem Standort vertreten sind, aktuell auf die nächsten Monate vorbereiten.“

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Mit Blick auf einzelne EU-Länder ergibt sich ein unterschiedliches Bild: So ist es durch die heftigen Regenfälle der letzten Wochen im Mittelmeerraum und in Ostandalusien bei Obst und Gemüse zu massiven Ernteausfällen gekommen, die auf die LKW-Exporte aus dieser Region durchschlagen. „Der deutliche Exportzuwachs, den Spaniens Landwirte noch in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres verzeichnen konnten, hat nachgelassen“, beobachtet Fecke. „Hinzu kommt die politische Blockade im noch regierungslosen Spanien. Dieses Panorama der Unsicherheit wirkt sich ebenso blockierend auf die Exporte aus.“ Die Folge ist, dass Fahrzeuge, die zurück nach Südeuropa fahren, auf dem Markt fehlen. „Daher sehen wir im Vergleich zum dritten Quartal 2018 einen Frachtangebotsanstieg von 14 Prozent nach Spanien und von 12 Prozent nach Portugal“, führt Fecke fort.

„Im Vergleich zum Vorjahr schwächelt die Transportnachfrage in Deutschland“, sagt Timocoms Business Analyst Tilman Fecke. Dennoch habe sich die Anzahl aller Frachtangebote, die auf der Frachtenbörse seit Januar 2019 am Markt platziert worden sind, im Laufe dieses Jahres stabilisiert. „Der Markt bewegt sich derzeit auf 94 Prozent des Vorjahresniveaus“, so Fecke.

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