Gastkommentar

Impulse für neue Lösungen

Dr. Malte-Maria Münchow, Sprecher der Initiative Logistikimmobilien (Logix) und Leiter An- und Verkauf Einzelhandel, Hotel, Logistik der Deka Immobilien GmbH, über Limitierungen und Lösungswege für die Ansiedlung von Logistikimmobilien.

Dr. Malte-Maria Münchow, Sprecher der Initiative Logistikimmobilien (Logix) © Logix

Logistikimmobilien sind von zentraler Bedeutung für das Funktionieren einer Wirtschaft. Die Erkenntnis, dass dieses insbesondere in Zeiten hohen Wirtschaftswachstums, der Digitalisierung und Automatisierung sowie des E-Commerce- und Multi-Channel-Handels gilt, hat sich inzwischen in breiten Schichten der Gesellschaft sowie in Kommunen und Wirtschaftsförderungen durchgesetzt. Für die Herausforderungen, die sich bei der Ansiedlung von Logistikimmobilien ergeben, gibt es aber immer noch zu wenig konkrete Antworten oder Konzepte. Voraussetzung hierfür ist, dass alle Beteiligten – Verbände, Kommunen und Wirtschaftsförderer, Planer, Entwickler, Logistikdienstleister, KEP-Dienstleister und Verlader – mit­einander sprechen. Auch um diesen ­Dialog zu fördern und Fakten für eine Diskussion bereitzustellen, wurde 2013 die Logix Initiative gegründet.

Dialog auf Basis von Fakten
Die von Logix geförderten Studien haben in den vergangenen zwei Jahren Erkenntnisse zu einer sachbezogenen Diskussion beigetragen und mögliche Lösungswege aufgezeigt. So ermittelten die Autoren der 2. Logix-Studie „Zukunft der Logistikimmobilien und Standorte aus Nutzersicht“, Prof. Dr. Christian Kille und Dr. Alexander Nehm, im Herbst 2017 einen Mindestbedarf von zusätzlich 30 Millionen Quadratmetern Logistik­fläche bis 2025. Mittelfristig erwarten sie einen Bedarf von 100 innenstadtnahen ­Logistikimmobilien in den 15 deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Zur Versorgung der 80 Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern sei mit einem zusätzlichen Bedarf von 150 bis 200 neuen Paketzentren beziehungsweise Depots zu rechnen. Die für diesen Bedarf benötigten Grundstücke werden aber derzeit nicht ausreichend zur Verfügung gestellt. Ursache hierfür ist, dass Logistik mit höher angesehenen Gebäudeformen wie Wohnen oder Büro konkurriert und in aller Regel nachrangig genehmigt wird. So kann die Logistikbranche den steigenden Bedarf zum Beispiel an „same-hour-delivery“ nicht mehr gerecht werden, es müssen in den Ballungszentren Deutschlands vermehrt mehrgeschossige Logistikimmobilien gebaut werden.

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Immerhin: Die Autoren der Logix-Studie konstatieren auch als einen der Zukunftstrends, dass sich Logistikimmobilien allmählich vom „Schmuddelkind über die Arbeitsbiene zum Möglichmacher“ wandeln. Der Grund: „Der tägliche Umgang mit dem Thema E-Commerce verändert die Wahrnehmung der Logistikwirtschaft und damit die Akzeptanz in der Politik und Gesellschaft.“ Es besteht also die Hoffnung, dass die Bereitschaft von Kommunen und Städten wächst, zukünftig mehr Flächen für Logistik-nutzungen zur Verfügung zu stellen. Grundstücke sind aber nicht der alleinige Engpass für die Ansiedlung von Logistik in den Ballungszentren. Verschärft wird der Trend durch den Fachkräftemangel. Entsprechend ist es nur folgerichtig, dass die 3. Logix-Studie unter dem Titel „Standortkompass – ­Flächen- und Beschäftigungspotenziale“ Abhängigkeiten zwischen diesen beiden Limitierungen aufzeigt.

Studie zeigt Handlungsoptionen
Die Studie, von Uwe Veres-Homm und Dr. Alexander Nehm durchgeführt, zeigt darüber hinaus Lösungswege und praktische Handlungsoptionen für die Kommunen und Wirtschaftsförderungen in den Top-Logistikregionen auf. Sie wird auf der Expo Real im Oktober der ­Öffentlichkeit vorgestellt. Es steht zu hoffen, dass auch diese Studie als Impuls aufgenommen wird. Die Zeit drängt, denn ohne funktionierende Logistik und Logistikimmobilien droht die Volkswirtschaft ernsthaften Schaden zu nehmen.

In der Rubrik Einwurf kommentieren regelmäßig Politiker, Manager und Branchenkenner aktuelle Themen aus Logistik und Transport.

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