Aus LT-manager 5/2019

Martin Schrüfer,

Editorial: Mut und Wandel

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit „Mut und Wandel“ haben wir den Gastbeitrag von BVL-Chef Robert Blackburn überschrieben, Sie finden das sehr lesenwerte Stück auf Seite 38 und 39. Mit dem „Mut“ als Motto habe ich, wie an dieser Stelle in der vergangenen Ausgabe angedeutet, immer noch so meine Probleme. Zu vage klingt in meinen Ohren das Fordern oder Erinnern an den Mut. Denn was ist gemeint? Greta-Thunberg-Mut oder Alltagsmut, also beispielsweise mit einer pünktlichen Bahnfahrt kalkulieren?

Mit dem Begriff Wandel kann ich viel mehr anfangen und schlage vor, den Blick nicht auf die großen Linien der Weltpolitik zu werfen, sondern im eigenen Unternehmen anzufangen. Stichwort Klimawandel: Papier einsparen. Dienstreisen hinterfragen. Zuschüsse für ÖPNV-Tickets für die Mitarbeiter. Der Kauf einer Videokonferenz-­Anlage, die Skype-Kompromisse („Könnt ihr mich hören ...?“ / „Kannst Du bitte näher an das Mikro kommen ....“ / „Welches Mikro?!“ undsoweiter) überflüssig macht.

Martin Schrüfer, Chefredakteur © Oliver Tamagnini

Das klingt fast schon aufreizend langweilig. Doch nachhaltiges Wirtschaften beginnt im Kleinen und es hat einen Vorteil: Hier können die „Quick Wins“, also die schnellen Erfolge, die jeder Manager so liebt, einfach und messbar realisiert werden. Dieser Weg erscheint mir jedenfalls gangbarer als großformatige Ankündigungen, wie sie beispielsweise die Betreiber der Formel 1 unlängst kundtaten. Man wolle bis 2030 den alljährlichen Rennzirkus klimaneutral machen, war zu hören.

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Wie das gehen soll? Fragen Sie mich etwas leichteres. Der einfachste Weg, die ­Formel 1 klimaneutral zu machen, wäre ihre Ende. Aber auch das ist zu radikal ­und politisch motiviert gedacht, die Wahrheit liegt in der Mitte. Die Umstellung auf synthetische Kraftstoffe beispielweise ist einen Blick wert, zumal hier Geld eh keine Rolle spielt und man die Erkenntnisse vielleicht in den Alltag übertragen kann.

Ich wünsche Ihnen für die kommenden Tage ein wenig Besinnung, gerne auf die alten Werte, und Ruhe – und dann aber einen unvernünftig flotten Rutsch ins neue Jahr. Lassen Sie es sich gutgehen, den mutigen und wandelbaren LT-manager lesen Sie wieder zur LogiMAT 2020.

Ihr
Martin Schrüfer
Leitender Chefredakteur

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