Marktübersicht

Martin Schrüfer,

Warehouse Management Systeme: Wer kann das bedienen? (aus: LT-manager 2/18)

Lagerprozesse steuern können alle WMS. ­Welche Lösungen sich besonders in welchen Einsatz-Szenarien eignen, zeigt die Marktübersicht. Schwerpunkte diesmal: Anwenderfreundlichkeit, ­offene Systemarchitektur und Webfähigkeit. LT-manager präsentiert einen Überblick über 28 Anbieter.

Jahre Weiterentwicklungszeit haben die Warehouse ­Management Systeme (WMS) seit der letzten Marktübersicht in LT-Manager (Ausgabe 1/15) vorangebracht. Inzwischen laufen moderne WMS nicht mehr alleine auf lokalen Servern, sondern sie sind cloudfähig und bedienen mobile Apps. „Wer sich heute für eine neue Software entscheidet, sollte unbedingt auf eine offene Drei-Schichten-­Architektur achten, die auch Webservices unterstützt“, rät Holger Zwingmann, Management Consultant bei A’PARI Consulting. Dazu gehören für den Experten neben der Trennung in eine zentrale Datenhaltung, Funktionsschicht und graphischer Oberfläche (GUI), die Bereitstellung ortsunabhängiger Applikationen, die an jedem internetfähigen Rechner im Webbrowser aufgerufen werden können, sowie Apps für Smartphones und Tablets. Denn die Systeme werden immer tiefer in die Wertschöpfungskette der Unternehmen eingebunden – mit Auswirkungen in zwei Richtungen. „Die Lösungen müssen Daten einfach und in Echtzeit mit anderen Anwendungen austauschen können. Und weil sie sich zu immer wichtigeren Produktivsystemen in der Supply Chain entwickelt haben, sollten Prozessverantwortliche von überall her eingreifen können“, empfiehlt Holger Zwingmann.

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Kontraktlogistik braucht Flexibilität
Auf dieser technologischen Basis haben sich nun vor allem die Einsatzbereiche als wesentliche Auswahlkriterien herausgestellt – entlang zweier grundlegender Bedarfslinien: Time-to-Market und Flexibilität versus Automatisierung und Effizienz. „Entlang dieser Ansprüche teilen sich die Systeme in zwei Grund­typen, denen auch die Nutzungs- und Entwicklungslogiken folgen“, berichtet der A’PARI-Berater. So sind unter anderem Kontraktlogistik-Projekte bei Dienstleistern auf eine besonders kurze Implementierungszeit angewiesen und benötigen dafür flexible Lösungen, die sich mit geringem Aufwand individuell konfigurieren lassen. „Für diese Unternehmen eignen sich Lösungen mit vordefinierten Prozessstandards besonders gut, die der Anbieter nach Möglichkeit mit einer agilen Vorgehensweise auf den Bedarf anpasst“, erklärt Holger Zwingmann. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise die Lösungen von Coglas, Erhardt & Partner, Jungheinrich, proLogistik, SSI Schäfer, viastore und Witron.

Punkten können die Anwendungen dabei mit einer übersichtlichen Ober­fläche. Darüber hinaus sollten die ­wesentlichen Informationen auf einen Blick zur Verfügung stehen. Das ist insbesondere dort effektiv, wo in der Operativen wechselnde gewerbliche Nutzer arbeiten. Besonders wirkungsvoll sind die Systeme dann, wenn ihre Konfiguration auch eine eventbezogene Steuerung vorsieht und den Anwender proaktiv leitet. Von der Fachkraft für Lagerlogistik bis hin zum mittleren Management mit Prozessverantwortung können so alle Beteiligten schnell zu den für sie relevanten Informationen vordringen und ihr Arbeitsmittel gezielt einsetzen.

Bei Systemen, die in der Produktions- und Handelslogistik zum Einsatz kommen sollen, empfiehlt der Experte, die Einrichtung externer Echtzeitschnittstellen vorzusehen und darauf zu achten, dass sie Massendaten zeitnah verarbeiten können. Komplexe Projekte mit einer intensiven Verkettung in die Intralogistik erfordern für eine effiziente Automatisierung die durchgängige Unterstützung einzelner Prozessschritte. Praktisch betrachtet, kommen damit für den Einsatz in diesen Szenarien insbesondere Lösungen mit tiefgreifenden Anpassungsmöglichkeiten in Frage, wie sie beispielsweise Dr. Thomas und Partner, Inconso und PSI Logistics anbieten. „Dabei ist es sinnvoll, hybride Projektmanagement-Verfahren einzusetzen: Hierbei wird die Gesamtentwicklung über ein Lastenheft gesteuert, die Anforderungen auf Modulebene werden jedoch nach agilen Verfahren wie SCRUM umgesetzt“, sagt Holger Zwingmann. red


Über A’PARI Consulting
Seit 2001 berät die A’PARI Consulting GmbH aus Wiesbaden Unternehmen bei der Organisation, der Prozessgestaltung, dem Geschäftsprozessmanagement und der IT-Unterstützung logistischer Aufgaben. Die Berater von A’PARI verfügen über langjährige Erfahrungen in Logistik und IT. http://www.apari.de

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