Zweitgrößtes deutsches Frachtdrehkreuz

Martin Schrüfer,

Flughafen Leipzig/Halle rüstet sich für weiteres Wachstum

Mit einem Plus von gut sieben Prozent lag der Flughafen Leipzig/Halle beim Luftfrachtaufkommen 2018 deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Für die Zukunft sieht der neue Vorstandsvorsitzende der Mitteldeutschen Flughafen AG, Götz Ahmelmann, weiteres Potenzial für das zweitgrößte deutsche Frachtdrehkreuz.

Prof. Dr. Christopher Stoller, Präsident des Aircargo Club Deutschland und Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden. © ACD

Beim Aircargo Club Deutschland gab er Einblicke in den geplanten Ausbau des Standortes und diskutierte mit den Mitgliedern darüber, wie man den Luftfrachtstandort Deutschland wettbewerbsfähiger machen könne. „Der Flughafen Leipzig/Halle zählt nicht nur zu den am dynamischsten wachsenden Fracht-Flughäfen weltweit, er bietet auch die erforderlichen Voraussetzungen sowie Potenziale, um seine Rolle als multimodale Drehscheibe für Express- und Frachtverkehre zwischen Europa und den weltweiten Märkten weiter auszubauen“, erklärt Götz Ahmelmann, Vorstandsvorsitzender der Mitteldeutschen Flughafen AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden.


Die Bundesregierung sieht den Standort als wichtigen Bestandteil der deutschen Exportwirtschaft und hat deshalb die Erweiterung der Landerechte für Frachtflugzeuge auf dem Flughafen im Koalitionsvertrag verankert. Neben dem laufenden Ausbau der Infrastruktur bietet Leipzig/Halle bereits heute für bestimmte Marktsegmente wie E-Commerce attraktive Rahmenbedingungen an. Dazu zählen insbesondere schnelle Prozesse sowie eine permanente Bereitschaft der Zollabfertigung.

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Trotz der guten Voraussetzungen wird das Wachstum jedoch durch unattraktivere Rahmenbedingungen für die Luftfrachtbranche in Deutschland insgesamt beeinträchtigt. Viele deutsche Standorte leiden beispielsweise unter Nachtflugverboten oder die schleppende Umsetzung von EU-Vorgaben etwa beim Zoll oder Sicherheitsvorschriften. In Westeuropa gibt es jedoch genügend Flughafenstandorte, die beispielsweise bei Nachtflügen weit weniger beschränkt sind.


„Noch immer behindern nationale Sonderregeln die Luftfrachtentwicklung in Deutschland. Die Fracht der deutschen Exportwirtschaft wird per LKW über die Grenzen gefahren und von dort zu günstigeren Konditionen geflogen. Deshalb fordert der ACD EU-einheitliche Regeln für die Luftfracht. Das könnte die Frachtmengen von Leipzig/Halle, aber auch anderen deutschen Standorten erheblich steigern“, sagt Prof. Dr. Christopher Stoller, Präsident des ACD.
Götz Ahmelmann ist als persönliches Neumitglied in dem bundesweit agierenden Aircargo Club aufgenommen worden und sieht in ihm eine wichtige Plattform für den Luftfrachtverkehr in Deutschland.

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