Spürhund-Training bei Jungheinrich

Auf den Hund gekommen

Wenn man es in den Gängen des Ersatzteilzentrums von ­Jungheinrich im schleswig-holsteinischen Kaltenkirchen schnüffeln hört und plötzlich konzentrierte Vierbeiner durch die Räume schnellen, dann hat Jungheinrich wohl wieder ­Besuch von der Polizei. Allerdings hat hier niemand etwas verbrochen. Im Gegenteil: Die Hundestaffel der Landespolizei trainiert bei Jungheinrich regelmäßig für den Ernstfall.

© Jungheinrich

Polizeihauptmeister Sven Madetzky ist seit 26 Jahren Hundeführer. Mit seinem vier Jahre alten Belgischen Schäferhund Andy gehört er der Diensthundestaffel der Polizeidirektion Bad Segeberg an. Spezialisiert sind die beiden auf das Aufspüren von Sprengstoffen. Ob zur Sicherung von Staatsgästen wie beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg oder zum Aufspüren versteckter Schusswaffen, die beiden sind Profis, die finden, was sie suchen. Das setzt intensives, regelmäßiges Training voraus. Mindestens zweimal im Monat üben Hund und Hundeführer unter möglichst realitätsnahen und abwechslungsreichen Bedingungen. Seit mehr als zwei Jahren bietet ihnen das Jungheinrich-Ersatzteilzentrum Kaltenkirchen dafür das perfekte Umfeld.

Knapp 400 Mitarbeiter, davon über 100 Mitarbeiter im Lager, sorgen ­dafür, dass täglich mehr als 10.000 Teile von ­Kaltenkirchen aus in alle Welt ­versendet werden. Kernstück des automatischen ­Lagersystems sind ein siebengassiges Hochregallager mit Platz für 21.000 ­Paletten sowie ein zwölfgassiges automatisches Kleinteilelager mit 120.000 Behälterstellplätzen. Daneben umfasst das Logistikzentrum separate Lagerbereiche für Schnelldreher, Sperrgut und Gefahrstoffe sowie einen baulich getrennten Exportbereich. Verbunden werden die einzelnen Bereiche durch Fördertechnik mit einer Gesamtlänge von mehr als zwei Kilometern.

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Die abwechslungsreichen Rahmenbedingungen sind für Hund und Herrchen ein idealer Übungsplatz. Denn Sven Madetzky hat hier schier unzählige Möglichkeiten, Geruchsproben zu verstecken, die Diensthund Andy dann suchen muss und dank seines guten Riechers meist auch zielsicher findet. Unterschiedliche Szenarien können so simuliert und der Hund gleichzeitig an verschiedene Umwelteinflüsse wie ­Maschinengeräusche, Untergrund­beschaffenheit, Gerüche und Produk­tions­­­abläufe gewöhnt werden. Wichtig, um das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier zu perfektionieren.

Vom Fehlalarm zur Kooperation
Seit 2016 bietet Jungheinrich der Hundestaffel der Landespolizei Schleswig-Holstein die Möglichkeit, in Kaltenkirchen zu üben. Entstanden ist die Kooperation ausgerechnet durch einen Fehlalarm, den eine defekte Sprinkleranlage im Jungheinrich-Lager auslöste. Sven Madetzky eilte damals als Polizeihauptmeister zum vermeintlichen Einsatzort. Die Alarmierung erwies sich zwar als unbegründet, stellte sich aber trotzdem als Glücksfall heraus. Denn Madetzky traf damals auf Dirk Möller, den Brandschutz- und Sicherheitsbeauftragten des Standortes, der Beginn der erfolgreichen Kooperation. Ein Gewinn für beide Seiten: Die Hundeführer können regelmäßig in realitätsnaher Umgebung üben und Jungheinrich kann im Gegenzug besonders hohe Sicherheitsstandards vorweisen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil beim weltweiten Versand von Ersatzteilen. Vor allem deshalb, weil auch die Diensthundeführer des Flughafens Hamburg an den Übungen teilnehmen. Durch den vom Luftfahrtbundesamt verliehenen Status als „Bekannter Versender“ sind Transporte per Flugzeug stark beschleunigt. Auch dadurch kann Jungheinrich für seine Kunden überall auf der Welt stets eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit sicherstellen.

Hundenasen – besser als Detektoren
Seit sieben Jahren ist Patrik Reindel mit seinem Deutschen Schäferhund Newton am Hamburger Flughafen im Einsatz. Noch gut ist ihm in Erinnerung, wie er vor einigen Jahren nach einer­ Bombendrohung allein mit seinem Hund eine evakuierte Air-Berlin-Maschine absuchen musste. „Ein Moment, den man nicht so schnell vergisst.“ Genauso wie die Ankunft des russischen Präsidenten beim G20-Gipfel. Newton schlug bei der Flughafenkolonne des Staatsgastes an. Zum Glück war es nur das Selbstschutzgerät der Präsidentenlimousine, das der zehnjährige Sprengstoffspürhund mit seiner feinen Nase wahrgenommen hatte. Keine Gefahr also, aber doch Beweis für den groß­artigen Riecher des Hundes. Das Leistungsvermögen ihres Geruchssinns lässt die Spürhunde selbst dort Sprengstoff wittern, wo technische Detektionssysteme längst ver­sagen. Egal ob verpackt, versteckt oder gestreckt, die Spürhunde finden den Sprengstoff und zeigen den Fundort ­ihrem Herrchen ruhig durch Sitz oder Platz an. Geübt wird mit militärischen Sprengstoffen, Waffen und Munition. Selbst kleinste Mengen Schwarzpulver, wie sie an verschossenen Patronenhülsen haften, nehmen sie wahr. So helfen sie, Verbrechen aufzuklären und Menschenleben zu schützen.

Mit Spieltrieb und Belohnung zum Ziel
Wer bei der Polizei Hundeführer werden will, muss zunächst die reguläre Ausbildung für den Polizeidienst vollenden. Nach zwei bis drei weiteren Dienstjahren kann man sich für eine Weiterbildung bei der Diensthundestaffel bewerben. Die Beamten lernen ihren Hundepartner auf der Polizeischule kennen und werden dort gemeinsam mit ihm ausgebildet. Aussuchen kann man sich seinen Lieblingsvierbeiner dabei nicht – er wird seinem zukünftigen Herrchen zugeteilt.

Um als Spürhund geeignet zu sein, bedarf es keiner spezifischen Rasse­zugehörigkeit. Allerdings müssen je nach Einsatzgebiet der tierischen ­Experten spezifische Voraussetzungen hinsichtlich Ausbildung, Körperbau und Wesen erfüllt sein. Am besten eignen sich dafür sogenannte „Gebrauchshunde“, zu denen beispielsweise Deutsche und Belgische Schäferhunde, Rottweiler und Riesenschnauzer zählen. Eines haben diese Hunde alle gemeinsam: einen extremen Spieltrieb, denn letztlich arbeiten sie für ihre ­Belohnung. Es bedarf daher keiner strengeren Erziehung, sondern einer ­systematischen Förderung bestimmter Verhaltensweisen. Während der Ausbildung wird eine Verknüpfung zwischen einem Präparat, beispielsweise Sprengstoff, und etwas Angenehmem wie Futter oder Spielzeug hergestellt. So entsteht eine Reiz-Reaktions-Kette, die sie in Aussicht auf die Belohnung immer wieder zum Suchen animiert. Hochkonzentriert und gewissenhaft. Im Ernstfall wie im Training: immer ist es ein Spiel mit ernstem Hintergrund.

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