Logistikbranche im digitalen Wandel

Marvin Meyke,

Wie sieht die Arbeit der Zukunft aus?

Flexibel und agil arbeiten – immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich das im Arbeitsalltag. Vor allem wo sich Routinetätigkeiten digitalisieren lassen, ist der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeitmodellen groß. Das gilt insbesondere für die Logistikbranche.

Bei der aktuellen Studie von Inform standen Flexibilität, Sinnhaftigkeit, Wertschätzung und moderne Bürokonzepte ganz oben auf der Wunschliste der Arbeitnehmer. Befragt wurden 172 Mitarbeiter und Führungskräfte verschiedener logistischer Disziplinen. © Inform

Eine aktuelle Studie von Inform mit 172 Teilnehmern aus der Logistik bestätigt, dass Unternehmen diesen Wandel wahrnehmen und bereits darauf reagieren. Rund 82 Prozent der Befragten sehen ihren Arbeitsplatz von der digitalen Transformation beeinflusst. 86 Prozent attestieren zudem, dass ihr Unternehmen bereits Maßnahmen wie Home-Office, flexible Arbeitszeiten oder flache Hierarchien umsetzt. Dennoch zeigen sich in der Umsetzung noch Defizite.

Geschäftsleitung Hauptinitiator flexibler Arbeitsmodelle

In 68 Prozent der Fälle wird die Modernisierung der Arbeitsmodelle von der obersten Geschäftsleitung angestoßen, in fast einem Drittel jedoch auch von Mitarbeitern selbst. Die Befragten sehen in der Umsetzung moderner Arbeitsmodelle die Möglichkeit, agiler und effizienter zu arbeiten. Dass dieser Punkt noch nicht erreicht ist, zeigt der große Wunsch nach mehr Flexibilität (81 Prozent) und sinnvoller Arbeit (61 Prozent).

Automatisierung von Routinetätigkeiten gewünscht

Die IT nimmt in dieser Thematik eine zentrale Position ein: Rund 93% der Befragten sehen in der Wahl der richtigen Software zur Unterstützung der operativen Arbeit das A und O. Vor allem kommt den Mitarbeitern die Automatisierung von Routinetätigkeiten entgegen. Auch Peter Frerichs, Leiter des Geschäftsbereichs Inventory & Supply Chain bei der INFORM GmbH und Sprecher der Studie, wertet dies positiv: "In unseren Projekten erleben wir häufig ein regelrechtes 'Aufatmen' bei den Mitarbeitern, wenn die neue Software für das Bestandsmanagement einen Großteil der Arbeit eigenständig übernimmt, weil es sich etwa um Routinebestellungen beim Lieferanten handelt. Sich mit strategischen Fragestellungen zu beschäftigen oder endlich mehr Freiraum für die Pflege der Lieferantenbeziehungen zu haben, schätzen unsere Kunden am Einsatz von IT."

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Umsetzbarkeit abhängig vom Unternehmensbereich

Eine Flexibilisierung des Arbeitsumfelds halten die Teilnehmer der Umfrage jedoch nicht in jedem Bereich für umsetzbar: „Die Umfrage hat uns bestätigt, dass überall dort, wo Wissensarbeit geleistet wird, die nicht ortsgebunden ist, alternative Konzepte gut umsetzbar und akzeptiert sind", so Dr. Jörg Herbers, Geschäftsbereichsleiter Workforce Management bei der Inform GmbH. "In Bereichen wie der Produktion oder im Lager ist die Umsetzung eher schwierig, da hier oft in Schichtmodellen gearbeitet wird und die persönliche Anwesenheit unerlässlich ist", erklärt er.

In Zukunft solle die Relevanz des Themas noch weiter zunehmen, so Frerichs: "Es werden immer mehr Bereiche um eine Digitalisierung und Modernisierung der Arbeitskonzepte nicht herumkommen. Hier auf die richtigen IT- und Softwaresysteme zurückzugreifen, kann Unternehmen eine wichtige Stütze sein und die Wettbewerbsfähigkeit sowie gleichzeitig die Zufriedenheit bei den Mitarbeitern erhöhen."

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