Branchenevent in Paderborn

Martin Schrüfer,

19. TEAM Logistikforum: Über 450 Teilnehmer diskutieren über digitale Transformation

Themen rund um die Digitalisierung und ihre Auswirkungen und Chancen für die Logistik standen im Mittelpunkt des 19. TEAM-Logistikforums am 27. November in Paderborn. Über 450 Teilnehmer ließen sich von spannenden Vorträgen mit Visionen sowie praxisrelevanten und bereits umsetzbaren Lösungen für die Intralogistik im eigenen Unternehmen inspirieren.

Von links: Moderator Martin Schrüfer (materialfluss und LT-manager), Roland Tichy (Tickys Einblick), Michael Baranowski (TEAM) und Detlef Spee (Fraunhofer IML). © TEAM

Das TEAM-Logistikforum am 27. November in Paderborn hat mit seiner 19. Veranstaltung bewiesen, wie wichtig der fachliche Austausch und ein Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens ist. „Wir versuchen jedes Jahr wieder Akzente zu setzen und Trends für die Logistik von morgen aufzuzeigen sowie Anregungen für die Praxis zu geben“, erklärte Michael Baranowski, Geschäftsführer der TEAM GmbH als Veranstalter des Forums. Dass das Konzept gut ankommt, zeigte die erneut gestiegene Zahl der Teilnehmer sowie die Kooperationen mit der BVL und neu mit dem VDI.

materialfluss und LT-manager unterstützten das Logistikforum als Medienpartner, zudem moderierte der Leitende Chefredakteur der Titel, Martin Schrüfer, erneut die Veranstaltung.

Dennis Schenkel von der Unternehmensberatung neuland digital vision & transformation eröffnete das Forum mit dem Thema „Erde 5.0: Retten wir die Welt – Warum Digitalisierung dafür sorgt, dass wir keinen zweiten Planeten brauchen“. „Wir dürfen die Fehler der westlichen Welt, Wohlstand nur mit Ressourcenverbrauch aufzubauen, nicht wiederholen. Die neue Infrastruktur des Wohlstandes muss zukünftig aus dem Software- und Service- anstatt aus dem Produktbereich kommen“, betonte Schenkel und rief dazu auf, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.

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Inspiriert von den Visionen nahm Detlef Spee vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) den roten Faden direkt auf und ging in seinem Vortrag auf die „Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Logistikplanung und WMS-Systeme“ ein. „Zukünftig wird das Lager keine festen Strukturen mehr haben, sondern kann jeden Tag anders aussehen. Wir müssen diese Veränderbarkeit leben können“, betonte Spee. Diese Flexibilität, die zunehmende Erfassung von Daten in Echtzeit, neue Anwendungen wie Gamification sowie die zunehmende Datenmenge muss auch von den Warehouse Management Systemen (WMS) abgebildet werden können. Deshalb riet er den Teilnehmern, Stammdaten im WMS zu erweitern, den Kommunikationseinsatz insgesamt auszudehnen sowie Mensch und Maschine parallel digital zu unterstützen.

Im Praxisvortrag berichteten Christian Adelmann von der Wolf Butterback KG und TEAM-Projektleiter Stefan Seifert über die Einführung des WMS ProStore 10 im laufenden Mehrschichtbetrieb. Der Hersteller von tiefgefrorenen Backwaren hat mit seiner Werks- und Lagererweiterung in Fürth zusammen mit TEAM das vorherige Lagerverwaltungssystem inklusive Materialflusssteuerung abgelöst. „Mit der Einführung von ProStore haben wir endlich einheitliche Arbeitsabläufe und können neue Mitarbeiter schneller einlernen. Dank Pick-by-Voice konnten wir unsere Fehlerquote bei der Kommissionierung stark reduzieren und haben Leistungsreserven für unser stark steigendes Auftragsvolumen. Zudem ermöglicht uns ProStore eine laufende Inventur und eine lückenlose Chargenverfolgung“, resümierte Adelmann.

Workshops zu Automatisierung, Blockchain und KI

Am Nachmittag erhielten die Teilnehmer in vier parallelen Workshops vertiefende Informationen zu den Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation. Im Themenblock Automatisierung | Kommissionierung konstatierte Peter Bimmermann von AutoStore: „Zukünftig müssen Distributionszentren intelligenter werden, flexibel reagieren können und schnell anpassbar sein. Komplexe Anlagen und lange Projektlaufzeiten passen dazu nicht mehr.“. Er empfahl deshalb, einfache und beherrschbare Automation einzuführen und Investitionen für den kurzfristig überblickbaren Horizont zu tätigen.

Großes Interesse auch beim Workshop Blockchain | Künstliche Intelligenz (KI): Jens Lusebrink und Holger Klug von Oracle Deutschland zeigten verschiedene Einsatzbeispiele der Blockchain-Technologie mit Logistikbezug. Oracle bietet unter Blockchain Cloud Service verschiedene Applikationen an, mit deren Hilfe zum Beispiel intelligente Track & Trace-Systeme realisiert, die Herkunft von Produkten nachverfolgt und Kühlketten oder die Nutzung von Geräten und Anlagen überwacht werden können.

Dr. Gunnar Schomaker vom Software Innovation Campus Paderborn (SICP) stellte die Frage „Künstliche Intelligenz – Die Chance für die Zukunft?“. Im Zeitalter exponentiell wachsender Rechenleistung und den Bestrebungen von Industrie 4.0 erfährt das Thema aktuell enormen Aufschwung. Die bisher zentral organisierte Transportlogistik müsse sich wandeln hin zu smarten Transportsystemen. Das sei aber noch ein weiter Weg, denn die Logistikbranche sei dabei, die Digitalisierung zu verschlafen. Dabei könnten KI-Instrumente gerade im Bereich des Supply Chain Managements helfen, vorausschauend zu planen und auf Ereignisse schnell zu reagieren.

Dr. Marco Plaß, Teamleiter Logistik bei der TEAM GmbH, stellte im Workshop ‚IT | Technologie‘ vor, wie aktuell und transparent sich die Visualisierung von Logistikinformationen beim neuen Leitstand des Warehouse Management Systems ProStore darstellen.

Anschließend präsentierte Frank Zscherlich, Bereichsleiter Logistik bei TEAM, wie sich Data Analytics und Big Databei ProStore nutzen lassen und wie man „mit Big Data-Techniken bei Small Data profitieren“ kann. So stellte er vor, dass eine Effizienzsteigerung der Staplertransporte von ca. 20 % durch ein heuristisches TSP-Verfahren durchaus realistisch ist.

Im abschließenden Impulsvortrag mit dem Thema „Eine Welt in Bewegung“ forderte der Journalist und Publizist Roland Tichy mehr Mut, weniger staatliches Reglement und Freiheit für den Markt, um Innovationen hervorzubringen. Im Hinblick auf den demografischen Wandel stellte er fest: „Wir brauchen kapitalintensive Super-High-Tech-Arbeitsplätze, um den Wohlstand hierzulande zu sichern und den gesellschaftlichen Fortschritt zu organisieren.“ Dass diese Jobs zukünftig gerade in der Logistik geschaffen werden müssen, darin waren sich auch die Teilnehmer einig.

Im nächsten Jahr wird das TEAM Logistikforum am 26. November sein 20-jähriges Jubiläum feiern und als Netzwerktreffen dazu beitragen, den Wandel in der Logistik anzustoßen und zu gestalten.

 

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