Miebach Pharma- und Life-Science-Studie 2020

Martin Schrüfer,

Die Digitalisierung verändert die Pharma Supply Chain

Können digitale Transformation, große Datenmengen, künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und Robotik die Antwort auf einige der wichtigsten Herausforderungen der Supply Chain sein? Eine Miebach-Studie gibt Antworten.

Martin Eckert, Head of Global Pharma & Life Sciences bei Miebach Consulting. © Miebach Consulting

In der letzten Miebach Pharmastudie von 2016 äußerte sich keiner der Teilnehmer zu den digitalen Herausforderungen und den tiefgreifenden Veränderungen durch Digitalisierung. Im Jahr 2020 steht das Thema der digitalen Disruption im Fokus der Entscheider im Pharma-Supply-Chain-Bereich. Die Digitalisierung ist auch in den Pharma Supply Chains bereits sehr real geworden. 540 Fachleute aus Europa, dem Nahen Osten, dem asiatisch-pazifischen Raum, den USA, Kanada und Lateinamerika nahmen an der Umfrage teil.

Digitale Transformation ist Managementaufgabe

Etwa 60 % der Teilnehmer betrachten die digitale Transformation als eine Priorität der obersten Führungsebene, und 80 % gehen davon aus, dass sie die Vorteile digitaler Initiativen innerhalb der nächsten fünf Jahre auch realisieren werden. Als wichtigste kurzfristige Maßnahmen werden dabei in der Studie am häufigsten die Zusammenarbeit mit Partnern in der Supply Chain, Big Data/Machine Learning, Robotik und Automatisierung genannt.

Die maßgeblichen Herausforderungen für die Pharma Supply Chain sind nicht nur durch die digitalen Entwicklungen getrieben – der Druck zur Reduzierung der Kosten in der Supply Chain wächst und wird von den Studienteilnehmern als wichtigste Herausforderung erkannt. Neben dem deutlichen Fokus auf Kostenreduzierung haben sich jedoch einige der wichtigsten Treiber in den letzten acht Jahren (Miebach Pharmastudien 2012, 2016, 2020) nicht stark verändert und lagen bei den Nennungen stets im Bereich von 80 - 95 %, diese sind End-to-End Supply Chain Visibility, die Verbesserung der Prognosegenauigkeit und die Optimierung des Supply-Chain-Netzwerks.

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Andere Themen haben in diesem Zeitraum stark bei den Nennungen abgenommen, was überwiegend an der erfolgreichen Implementierung von Track and Trace sowie von Schutzmaßnahmen vor Medikamenten-Fälschungen, insbesondere durch die Umsetzung von Serialisierungsanforderungen, liegt.

Einfluss neuer Technologien

Neue Technologien haben einen starken Einfluss auf den Transformationsprozess der Supply Chains. Die Pharma- und Life-Science-Unternehmen wollen dabei folgende Technologien kurzfristig umsetzen: Prozessüberwachung in Echtzeit, Manufacturing Execution Systems (MES), Robotik & Automatisierung, vorbeugende Wartung sowie Big Data. Dennoch fehlen vielen Unternehmen noch immer die benutzerfreundlichen Werkzeuge und die volle Unterstützung des Managements, um das Potenzial dieser Technologien voll auszuschöpfen.

„Die End-to-End Supply Chain Visibility wird von allen als das ultimative Ziel einer ausgereiften und effizienten Supply Chain angesehen. Die digitale Transformation wird sicherlich dabei helfen, aber vorher müssen alle beteiligten Parteien vollständig integriert werden. Die Fähigkeit, Komponenten und Produkte vom Hersteller bis zum Zielort zu verfolgen, ist wahrscheinlich eines der am meisten gewünschten Ergebnisse der digitalen Transformation“ – sagt Martin Eckert, Head of Global Pharma & Life Sciences, Miebach Consulting.

Der vollständige Ergebnisbericht der Miebach Pharma-Supply-Chain-Studie 2020 kann bei Ralf Hoffmann Miebach Consulting, angefordert werden (E-Mail: hoffmann@miebach.com).

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