Paketlieferdrohnen

Marvin Meyke,

Drohnen: UPS-Tochter kooperiert mit Wingcopter

Der Drohnenzustelldienst UPS Flight Forward (UPSFF), eine Tochtergesellschaft von UPS, kooperiert mit dem deutschen Drohnenhersteller Wingcopter. Die Unternehmen arbeiten gemeinsam an der nächsten Generation von Paketlieferdrohnen für verschiedene Einsatzzwecke in den USA und international.

© Wingcopter

"Zustellungen mit Drohnen funktionieren nicht nach dem Prinzip ‚One-size-fits-all", sagt Bala Ganesh, Vice President der UPS Advanced Technology Group. "Unsere Zusammenarbeit mit Wingcopter hilft uns, den Weg zu ebnen für Zustelldienstleistungen in neuen Einsatzgebieten. UPS Flight Forward baut ein Netzwerk aus Technologiepartnern auf, um unsere Fähigkeit, unseren Kunden einzigartigen Service zu bieten, zu erweitern und unsere Führungsrolle in der Drohnenzustellung auszubauen."

Die Drohnen von Wingcopter sind in der Lage, auf beengtem Raum senkrecht zu starten und zu landen, sowie in einen horizontalen Hochgeschwindigkeitsflug überzugehen. Das ermöglicht eine Vielzahl von Anwendungen. UPSFF könnte auf dieser Grundlage Lösungen entwickeln, die – sollten sie zugelassen werden – weit über das Gesundheitswesen und den Einzelhandel hinausgehen und Herausforderungen für Kunden aus den Bereichen High-Tech, Industrieproduktion, Gastgewerbe, Unterhaltung und anderen Branchen lösen werden.

Wingcopter hat seine Fähigkeiten bereits in sogenannten „beyond visual line of sight“-Projekten (BVLOS), also Flügen außerhalb der Sichtweite, und für unterschiedliche Kunden bewiesen – von der kommerziellen Lieferung zwischen Fabriken bis hin zu humanitären Projekten und medizinischer Notfallversorgung. Wingcopter hat beispielsweise Insulin auf eine irische Nordseeinsel geliefert, die wegen schlechten Wetters häufig vom Festland abgeschnitten ist. Auf der Südseeinsel Vanuatu hat das Start-up im Auftrag des lokalen Gesundheitsministeriums und unterstützt von UNICEF erfolgreich eine Impfstoff-Versorgung auf Abruf aufgebaut, um die dringend benötigten Seren binnen Minuten an verschiedene Gesundheitszentren zu liefern.

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Die Kerninnovation, die hinter den elektrischen Drohnen mit Senkrechtstart und -landung steckt, ist ein patentierter Schwenkrotormechanismus. Er ermöglicht einen nahtlosen Übergang zwischen zwei Drohnentypen: „Multicopter“ für das „Hovern“ (Schweben) und „Fixed-wing“ (Starrflügler) für den geräuscharmen Vorwärtsflug.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden beide Unternehmen darauf hinarbeiten, von den Behörden eine Zulassung für kommerzielle Lieferflüge in den USA mit einem unbemannten Fluggerät von Wingcopter zu erhalten. UPSFF geht so erstmals seit seiner Gründung eine Kooperation mit einem Drohnenhersteller ein.

"Wir sind stolz darauf, uns mit UPS zusammenzutun, einem globalen Riesen in Sachen Zustellung und Logistik. Gemeinsam wollen wir die Geschwindigkeit und Reichweite von Paketzustellungen erhöhen", sagt Tom Plümmer, Chief Executive Officer und Mitgründer von Wingcopter. "Es war schon immer unsere Vision, Technologie wirksam dafür einzusetzen, das Leben von Menschen auf der ganzen Welt zu verbessern. Die strategische Partnerschaft mit UPS wird unser Wachstum und unsere globale Expansion weiter beschleunigen und unsere Führungsrolle in der Drohnentechnologie festigen."

UPSFF hat im vergangenen Jahr mit kommerziellen Drohnen-Lieferflügen im UPS Netzwerk begonnen. Den Auftakt machte ein Zustellservice für das Hauptkrankenhaus und den Campus von WakeMed in Raleigh, North Carolina. Seither hat das Unternehmen medizinische Proben per Drohne transportiert und unterstützt damit einen Kurierdienst am Boden. UPSFF hat später zudem Pläne angekündigt, Drohnen-Lieferdienste auf mehreren Campussen der Gesundheitsversorgung einzurichten und sondiert den Einsatz von Drohnen für die Lieferung von Handelsprodukten, verschreibungspflichtigen Medikamenten und medizinischen Produkten in Wohngebieten.

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