Zeit-Konferenz: Der Kunde ist die Herausforderung

Frankfurt/M., 14.09. – Auch die zweite Diskussionsrunde der „Zeit Konferenz Logistik & Mobilität“ hatte hatte Top-Experten versammelt, die glücklicherweise das Larifari-Thema des Panels, „Integrierte, nachhaltige und sichere Logistik- und Mobilitätskonzepte – Neue Wachstumschancen für die deutsche Wirtschaft“ mit Leben und vielen bemerkenswerten Statements füllten.

Wolfgang Müller-Pietralla.

Auf die Frage des Moderators, wie man das alles umsetzen könne, lieferte Karl-Friedrich Rausch ein Statement, das nahe am Bon Mot lag: „Unsere Herausforderung ist der Kunde“. Es gelte, tailormade Lösungen in Standardprozesse zu integieren. Frans Muller wies darauf hin, dass sein Unternehmen rund 2000 Standorte in Europa („und 200 Fischsorten in einem Laden!“) habe, das das Streben nach standardisierten Informationen und Abläufen verständlich mache. Man werde sich in Zukunft alle Lieferketten anschauen und könne es sich auch vorstellen, mit anderen Händlern Kapazitäten zu teilen.

Dass die Zusammenarbeit auch natürliche Grenzen haben kann, darauf verwies Karl-Friedich Rausch: „Lieferketten zusammenzuschieben und damit rumspielen ist Theorie, denn der Wettbewerb ist an vielen Stellen ja auch gewünscht“. Konkret würde man aber demnächst in Maschen mit 835 Meter langen Güterzügen experimentieren; 85 Meter mehr als normalerweise. Wolfgang Müller-Pietralla von der Volkswagen AG betonte dagegen die Wichtigkeit von „nahtloser Daten-Logistik“, man würde sich „eine Art Windows oder Apple für Logistik“ wünschen. „Davon träume ich nicht nur nachts“, ergänzte Michael ten Hompel und propagierte „offene Systeme“ mit dem Ziel eines „Amazons für Logistik-Dienstleistungen“. Wie praktisch, dass er demnächst im Rahmen des BVL-Kongresses etwas zu diesem Thema vorstellen wird!

Karl-Friedrich Rausch.

Was die Volatilität des Marktes angeht,war bei den Experten Schulterzucken angesagt: „Was die Volatilität angeht, sind wir die Schwanzspitze des Hunds und können ja schlecht auf Halde produzieren. Just In Time bedeutet, dass wir hinterherfahren“, meinte Karl-Friedrich Rausch und erklärte, dass sich die Bahn vor allem durch globale Beteiligungen unabhängiger von einem Konjunktureinbruch in einer Region machen wolle. Zudem wolle er „mehr Intelligenz in Prognosemodellen“. Dem pflichtete Professor ten Hompel bei: „Die Logistik von morgen ist schwerer prognostizierbar als das Wetter“.

Und Frans Muller stellte am Ende des spannenden Gesprächs nochmal auf die Lieferketten ab: „In den Verhandlungen mit Lieferanten stecken Zehntel-Prozente, in Verhandlungen über die Lieferkette dagegen zehn Prozent“.  Fazit der Konferenz: Es bleibt spannend  – und anspruchsvoll. ms

Hier geht’s zum ersten Teil des Berichts von der „Zeit Konferenz Logistik & Mobilität“

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss