Weniger Schwefel auf hoher See: Neue Vorschriften seit 1. Juli

Berlin, 24.07. – Für Seeschiffe in der Nord- und Ostsee gelten seit dem 1. Juli verschärfte Vorschriften zu den Grenzwerten von Schwefel – und Stickoxid-Emissionen. Mit der Neuregelung sollen die Luftschadstoffemissionen im Seeverkehr stufenweise deutlich vermindert werden, indem die Seeschifffahrt mittelfristig vom schwefelhaltigen und rückstandreichen Schweröl auf saubere Treibstoffe umstellt.  Dazu erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer:  „Luftschadstoffemissionen wirken regional. Deshalb begrüße ich die neuen Regeln als wichtigen Beitrag der Seeschifffahrt zum Umweltschutz. Gleichzeitig leisten sie auch einen Beitrag zum Gesundheitsschutz und werden die Lebensqualität in den Küsten- und Hafenregionen deutlich erhöhen.“

Nach der Neuregelung gilt für die Ost- und die Nordsee – den so genannten Schwefel-Emissionsüberwachungsgebieten – jetzt ein Schwefelgrenzwert von 1,0 Prozent (bisher 1,5 Prozent). Bis 2015 soll der Wert stufenweise auf  0,1 Prozent sinken. Weltweit wird dieser Grenzwert ab dem 1. Januar 2012 von bisher 4,5 Prozent auf 3,5 Prozent, ab 2020 auf 0,5 Prozent abgesenkt. An der Nord- und Ostsee wird also der Endwert von 0,5 Prozent fünf Jahre früher verpflichtend als weltweit. Für Stickoxidemissionen gelten ab dem 1. Januar 2011 motorenabhängig verschärfte Grenzwerte.

Nord- und Ostsee
2010: 1,0 Prozent Schwefelgrenzwert
2011: 0,9 Prozent
2012: 0,8 Prozent
2013: 0,7 Prozent
2014: 0,6 Prozent
2015: 0,5 Prozent

Weltweit
2012: 3,5 Prozent
2020: 0,5 Prozent

Beschlossen wurde die Verschärfung der Vorschriften im Oktober 2008 vom Meeresumweltausschuss (MEPC) der internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO).

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