Wenig Dynamik bei Logistik-Neubauten

München, 22.04.13 – Die Dynamik beim Neubau von Logistikflächen in Deutschland hat von Januar bis März deutlich an Schwung verloren. Innerhalb der vergangenen sechs Monate wurde das zweitniedrigste Ergebnis erzielt. Dennoch konnten mit einer Gesamtsumme von über 525.000 qm Neubaufläche im ersten Quartal fast 25 Prozent des Vorjahresvolumens erreicht werden. „Es ist noch alles drin – die Vorjahresmarke von insgesamt gut 2.163.000 qm an neuen Hallenflächen kann durchaus überschritten werden“, zeigt sich Kuno Neumeier, Geschäftsführer der Logivest GmbH, zuversichtlich. Der Münchner Immobilienberater Logivest gibt monatlich gemeinsam mit der Fraunhofer SCS den Logistikimmobilien-Seismograph heraus, der Neubauten in ganz Deutschland erfasst.

Das größte Bauvorhaben mit 45.000qm Lagerfläche, das im März gestartet wurde, geht auf einen Lebensmittelhändler zurück. Dessen neuer, hochautomatisierter Standort in Berbersdorf bei Chemnitz soll zwei bestehende Standorte ersetzen. Damit gehen die Neubauten im ersten Quartal fast zu 70 Prozent auf den Handel zurück, auch wenn die Anteile der Logistikdienstleister mit jetzt 19 Prozent und der Industrie mit 12 Prozent des Gesamtvolumens tendenziell wachsen.

Im Duisburger Hafen entsteht derzeit eine Immobilie mit 26.000 qm, die von einem Speditionsunternehmen genutzt werden soll. In Leipzig wurde mit dem Bau einer Halle mit 22.000 qm begonnen, die ein Logistikdienstleister genutzt wird. Ansonsten starteten kleinere Projekte von 8.300 qm am Stuttgarter Flughafen oder beispielsweise der erste Bauabschnitt  für ein Logistikzentrum mit 4.000 qm in Dettingen.

Im Ranking der dynamischsten Logistikregionen steht nach dem ersten Quartal Erfurt noch unangefochten an der Spitze. Die dort im Januar begonnene Großansiedlung eines Buchgroßhändlers mit 175.000 qm pushte die Region weit nach vorne. Auf den Plätzen zwei und drei folgen das Rhein-Main-Gebiet und das Rhein-Neckar-Gebiet mit rund 50.000 qm. Danach folgen Nürnberg sowie Leipzig/Halle und Bremen. Die Ansiedlung in Berbersdorf hat keinen Einfluss auf das Ranking, weil sie außerhalb der 20 Top-Logistikregionen entsteht.

„Es zeichnet sich auch dieses Jahr ab, dass sich die Regionen, die 2012 sehr dynamisch mit Neubauaktivitäten waren, auch 2013 wieder entsprechend agil zeigen“, stellt Kuno Neumeier fest. „Die übrigen Regionen – abgesehen von Erfurt – warten noch auf ihre Initialzündung.“  red

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss