Reeder investieren Millionen in Schutz der Meeresumwelt

Hamburg, 08.09.2017 – Der Verband Deutscher Reeder (VDR) sieht das Inkrafttreten der Ballastwasser-Konvention der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) am 8. September als weiteren Beitrag der Handelsschifffahrt zum Schutz der Meeresumwelt und weist zugleich auf den zusätzlichen Investitionsbedarf für die Schiffseigner hin.

Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR: „Wenn Schiffe das Ballastwasser an Bord reinigen, können Kleinstlebewesen nicht mehr als ‚Blinde Passagiere‘ in fremde Meeresregionen mitreisen und das Ökosystem beeinflussen. Für die deutschen Reeder ist die Ballastwasser-Konvention ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Meeresumwelt. Die IMO hat damit erneut wirksam globale Standards gesetzt, die für alle Reedereien gelten und deshalb den Wettbewerb nicht verzerren. Gleichzeitig ist die Konvention die bislang teuerste Umweltregulierung, die die Schifffahrt je schultern musste. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob jede Reederei angesichts der schweren Schifffahrtskrise in der Lage sein wird, die Investition von bis zu zwei Millionen Euro pro Schiff zu tätigen.“

In einem Zeitraum von sieben Jahren müssen weltweit rund 40.000 Schiffe eine Ballastwasser-Behandlungsanlage einbauen lassen, sobald sie für die Routine-Überholung in der Werft sind. Ausnahmen können die Flaggenstaaten für Baggerschiffe und Offshore-Fahrzeuge genehmigen. Auch Schiffe, die ausschließlich innerhalb von Gewässern mit den gleichen Meerestieren und Kleinstlebewesen verkehren – etwa in der Nord- oder Ostsee – können eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Bis zum Einbau einer Ballastwasser-Anlage müssen Schiffe in internationaler Fahrt grundsätzlich schon während ihrer Reise auf dem offenen Meer ihr Ballastwasser tauschen, um die Verbreitung von Kleinstlebewesen zu vermeiden.

Schiffe füllen und entleeren ihre Ballastwasser-Tanks je nach Gewicht der Ladung an Bord, um stabil im Wasser zu liegen und dadurch möglichst sicher und sparsam fahren zu können.

Über Martin Schrüfer 1261 Artikel
Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss