Reeder appellieren an die KfW

Hamburg, 23.10.12 – „Die KfW muss den deutschen Reedern in der Doppelkrise mit begrenzten, befristeten und rückzahlbaren Engagements helfen“, fordert Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbands Deutscher Reeder (VDR) … anlässlich des 16. Harener Seeschiffahrtstags am drittgrößten Reederstandort Deutschlands. „Andernfalls droht die maritime Wirtschaft in Deutschland wegzubrechen.“

Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler kritisierte auf dem Seeschifffahrtstag unter dem Motto „Deutsche Reeder in akuter Seenot“ den Rückzug der Commerzbank aus der Schiffsfinanzierung scharf. Hieraus entstehe ein großer volkswirtschaftlicher Schaden. Dazu sagt Nagel: „In seiner Analyse ist sich Bundesminister Rösler zwar mit uns einig. Unerwähnt lässt er aber das zentrale Instrument, mit dem der Staat unverschuldet in die Krise geratenen Unternehmen helfen kann ­– die KfW.“

Die beiden Bundestagsabgeordneten Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Eckhardt Rehberg, Berichterstatter für maritime Wirtschaft im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie, machten in Haren deutlich, dass die Forderungen des VDR zur Überbrückung der Krise eine sehr gute Grundlage für die politischen Gespräche in Berlin seien. Bei einem Gipfel am 30. August beim Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, mit Vertretern der schiffsfinanzierenden Banken, der maritimen Wirtschaft und der Politik, hatte der VDR dafür verschiedene Vorschläge präsentiert.

In einem Thesenpapier an den Maritimen Koordinator schlägt der VDR jetzt drei konkrete Ansätze für die Einbindung der KfW vor. Erstens könnte die KfW den in die Klemme geratenen Reedereien eine Überbrückungsfinanzierung bereitstellen. Basis wäre die erstrangige Besicherung der KfW am Schiff. Dies verbesserte nicht nur das Rating der schiffsfinanzierenden Bank sondern würde der Reederei erlauben, das Schiff weiter zu betreiben und den Kapitaldienst bei der bestehenden Finanzierung leisten zu können. Zweitens komme eine Übernahme von bestehenden Schiffsfinanzierungen von Geschäftsbanken in Betracht, bei denen eine ausreichende Besicherung der KfW sichergestellt ist. Dadurch könnte das Portfolio der Geschäftsbanken entlastet und der Druck auf die Reedereien zur Veräußerung von Schiffen mit guter Zukunftsprognose reduziert werden. Drittens plädiert der VDR für ein eigenständiges KfW-Finanzierungsprogram „Green Shipping“. Die Antrags- und Förderkriterien des bereits bestehenden ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramms seien nicht auf die Schifffahrtsbranche zugeschnitten. red

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss