Prof. Michael ten Hompel gibt Startschuss zum EffizienzCluster LogistikRuhr

Schwerte, 02.07. – Vor rund 250 geladenen Gästen hat Prof. Dr. Michael ten Hompel, Vorsitzender des Boards der EffizienzCluster Management GmbH am Mittag des 1. Juli in der Rohrmeisterei in Schwerte die Arbeit des EffizienzClusters LogistikRuhr offiziell für eröffnet erklärt.

Volles Haus beim Vortrag von Prof. Dr. Michael ten Hompel
Volles Haus beim Vortrag von Prof. Dr. Michael ten Hompel (C: EffizienzCluster Management GmbH).

Das rund zweistündige Event stellte nicht nur das Forschungsprojekt EffizienzCluster LogistikRuhr, von dem nicht weniger als eine Effizienzsteigerung in der Logistik von rund 25 Prozent, 100 neue Patente und mehrere tausend neue Arbeitsplätze erwartet werden, vor, sondern gab auch spannende Einblicke in das künftige Miteinander von Wissenschaft und Wirtschaft. An den 30 geplanten Projekten sind zahlreiche Spitzenunternehmen der Logistik (insgesamt hat das EffizienzCluster rund 140 Partner) mit Geld und Know-How beteiligt.

Networking in der Rohrmeisterei in Schwerte (C: EffizienzCluster Management GmbH).

Die ersten Worte der Veranstaltung richtete Dr. Christian Jacobi. Geschäftsführer der EffizienzCluster Management GmbH, an die Anwesenden und beantworte auch gleich die Frage nach dem Grund für die Wahl des Veranstaltungsorts, denn Schwerte (Kreis Unna) zählte zumindest bis zum 1. Juli nicht unmittelbar zu den Metropolen der Republik: „Wir haben uns angesichts der zahlreichen beteiligten Forschungseinrichtungen für einen ’neutralen‘ Standort entschieden“. Dieser sei dennoch symbolträchtig, denn die  Rohrmeisterei spielte in früheren Tagen mit der Wasserversorgung eine wichtige logistische Rolle.

Keiner spricht engagierter als er über den EffizienzCluster: Prof. Dr. Michael ten Hompel (C: EffizienzCluster Management GmbH).

Prof. Dr. Michael ten Hompel war im Anschluss die Vorfreude auf das fünf Jahre währende Projekt deutlich anzusehen: „Das ist etwas ganz besonderes, denn wir haben die Logistik erstmals in Deutschland als ein Spitzenthema der Forschung etabliert“, freute sich der Wissenschaftler. Der Gewinn des Spitzencluster-Wettbewerbs und der anschließenden Zusage von rund 40 Millionen Euro Fördergeldern zeige ganz deutlich, wie wichtig Logistik geworden sei und auch in Zukunft sein werde. Als Kernpunkte der Arbeiten der kommenden fünf Jahre machte ten Hompel den effizienten Umgang mit den Ressourcen, die Bewahrung der Individualität und der individuellen Transporte und die urbane Versorgungssicherheit (vor allem in den Ballungsräumen) aus. Und natürlich auch die Nachhaltigkeit: „Einfach nur die Maut zu erhöhen, reicht nicht, wir wollen eine verursachergerechte Zuordnung der durch den CO2-Verbrauch entstehenden Kosten“, erklärte ten Hompel.

Prof. Dr. Claus Leggewie bei seinem vielbeachteten Vortrag (C: EffizienzCluster Management GmbH).

Prof. Dr. Claus Leggewie, Vorsitzender des Vorstandes des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, schlug eine intellektuell höchst anregende und mit großer sprachlicher Brillanz vorgetragene Brücke von der Logistik zur heutigen Gesellschaft und führte aus, dass letztlich die sich verändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Wertevorstellungen der Gesellschaft die Anforderungen für die Logistik mitbestimmen werden – es gehe also nur mit einem Miteinander. Was übrigens beim EffizienzCluster dank der Beteiligung von Leggewies Institut gegeben ist.

Kompetenz hoch drei bei der Podiumsdiskusion,Matthias Löhr sieht nur auf diesem Bild gerade schlechtgelaunt aus - der Eindruck täuschte! (C: EffizienzCluster Management GmbH)

Nach den Wissenschaftlern waren dann die Vertreter der Wirtschaft auf dem Podium: Matthias Löhr, Geschäftsführender Gesellschafter der LB GmbH, Dr. Joachim Wessels, Mitglied des Bereichsvorstandes der Deutschen Post AG und Frank Wiemer, Vorstand der Rewe Group, diskutierten mit Dr. Christian Jacobi über die Arbeit des EffizienzClusters in den kommenden fünf Jahren. Alle drei Branchenpraktiker waren sich einig, dass „man über den eigenen Schatten springen und Wissen mit den weiteren beteiligten Unternehmen teilen müsse“ (Wiemer) und die Projekte des EffizienzClusters als „neutrale Plattform zur Diskussion“ nutzen wolle (Wessels) beziehungsweise, dass das Cluster „ein klares Bekenntnis zur Kooperation sei und durch die Kombination von Wissenschaft und Wirtschaft den Unterschied zu anderen Projekten ausmache“ (Löhr).

Draußen war das Networking auch hervorragend, so dass die Glocke immer wieder hereinrufen musste ... (C: EffizienzCluster Management GmbH)

Am Ende des rund zweieinhalbstündigen Programms klang die gelungene Auftaktveranstaltung mit Networking und dem Besuch einer kleinen Ausstellung im Foyer der Rohrmeisterei Schwerte aus – „Walk & Talk“ lautete das Motto. Dass das EffizienzCluster LogistikRuhr in den kommenden Jahren zu einem Leitprojekt der gesamten Branche wird, zeichnete sich bereits bei der Auftaktveranstaltung ab, nun wird spannend zu sehen sein, wie sich das Mammutvorhaben weiterentwickelt. Martin Schrüfer

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss