Aus Ausgabe 6/11: Interview mit Thomas Wimmer (BVL)

Dr.-Ing. Thomas Wimmer ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik.

Das nachfolgende Interview ist eine Ergänzung des Artikels “Schöner Dreiklang” aus LT-manager, Ausgabe 06/2011 (S. 28)
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LT-manager: Die Leitbegriffe im Motto des diesjährigen Kongresses – flexibel, sicher und nachhaltig – sind Grundpfeiler einer modernen Logistik. Welcher der drei Pfeiler wird im kommenden Jahr die größte Rolle in der Branche spielen?

Wimmer: Aus unserer Sicht ist es gerade dieser Dreiklang, der die Entwicklung der Logistik und des Supply Chain Managements in den kommenden Jahren bestimmen wird. Bei Flexibilität und Sicherheit ist das schnell verständlich, denn zwischen diesen beiden Ansätzen gibt es eine Wechselwirkung. Die steigenden Anforderungen an die Sicherheit bedeuten, dass auch die Flexibilität weiter gestärkt werden muss. Nachhaltigkeit ist eine gesamtwirtschaftliche Notwendigkeit und ein gesellschaftlich anerkanntes Ziel, das nur längerfristig erreicht werden kann.

LT-manager: Welche Veränderungen gibt es 2011 inhaltlicher oder organisatorischer Natur?

Wimmer: Inhaltlich gibt es parallel zu den Fachsequenzen vier interaktive Workshops, die zu einem besonders intensiven Austausch zwischen den Referenten und den Zuhörern einladen. Die Organisationsstruktur des Deutschen Logistik-Kongresses ist bewährt und gelernt, aber wir wollen in jedem Jahr ein bisschen weiter optimieren. So gibt es erstmals an jedem Kongressmorgen ein Business-Frühstück, das ab 08.30 Uhr in der Ausstellung eingenommen werden kann. Damit schaffen wir eine zusätzliche Möglichkeit für zwanglose Kommunikation. Dem Wunsch nach Kommunikation haben wir auch Folge geleistet, indem die After-Work-Party am Donnerstag auf zwei Stunden verlängert wurde und nun von 16.30 bis 18.30 Uhr dauert. Und wir haben mit Dr. Bertrand Picard als Gastreferent sogar echtes Wissenschaftsabenteuer zu bieten.

LT-manager: In die Kristallkugel geblickt: Welche drei Vorträge werden nach Ihrer Einschätzung in Ihren Augen die meisten Zuhörer ins Auditorium locken?

Wimmer: Wir haben ein insgesamt attraktives Programm vorzuweisen. Die Teilnehmer werden die Qual der Wahl haben, wenn sie sich ihren persönlichen Kongressfahrplan zusammenstellen. Eine besonders hohe Resonanz erwarte ich für den Eröffnungsmorgen mit sechs Hauptvorträgen und einer Podiumsdiskussion – wieder unter der bewährten Moderation von Theo Koll. Bei den Fachsequenzen am Mittwochnachmittag, am Donnerstag und am Freitagmorgen werden wir in etwa eine Gleichverteilung haben; die Themenschwerpunkte sind breit gestreut und die Teilnehmer werden schauen, wo ihre Themen diskutiert oder ihre Fragen beantwortet werden. Und dann steuern wir auf spannende Höhepunkte zum Abschluss zu mit weiteren Hauptvorträgen und dem Gastvortrag zu.

LT-manager: Wie beurteilen Sie bis dato die Resonanz der Aussteller, wie die der Teilnehmer? Welche Zahlen prognostizieren Sie?

Wimmer: Die Resonanz ist sehr lebhaft und voll positiver Erwartung. Bei den Ausstellern werden wir wieder „volles Haus“ haben, d. h. mehr als 200 Unternehmen werden sich präsentieren. Die genaue Zahl hängt immer etwas von der Größe und Platzierung der Stände ab. Die Zahl der Teilnehmer dürfte sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, also bei rund 3.400 oder auch darüber.

LT-manager: Der Zukunftskongress Logistik hat Anfang September mit sehr guter Teilnehmerresonanz ein erstes Highlight gesetzt – wie wird sich der DLK künftig von der zeitlich nicht allzu weit auseinanderliegenden Veranstaltung in Dortmund abgrenzen?

Wimmer: Die beiden Formate ergänzen sich hervorragend. Wir leben seit 28 Jahren in der zeitlichen Nachbarschaft. Seit vielen Jahren wirkt die BVL als Partner des Fraunhofer IML mit und deren Institutsleitung ist in den Gremien der BVL aktiv. Die Dortmunder Gespräche haben einen technischen Fokus. Dort wird über neueste Entwicklungen berichtet, beispielsweise über den Hochgeschwindigkeitszugriff von Robotern in Kisten mit geschüttet liegenden Teilen oder den Einsatz von Cloud Computing in der Betriebsorganisation. Hier geht es um Forschungsergebnisse, um die technische Zukunft der Logistik. Der Deutschen Logistik-Kongress stellt aktuelle und praxisbewährte Anwendungen in den Vordergrund, die aus Forschung, Entwicklung und kontinuierlicher Verbesserung resultieren.

Über Martin Schrüfer 1261 Artikel
Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss