Aus Ausgabe 6/11: Interview mit Holger Hildebrandt (BME)

Dr. Holger Hildebrandt ist Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik.

Das nachfolgende Interview ist eine Ergänzung des Artikels “Schritt voraus” aus LT-manager, Ausgabe 06/2011 (S. 29).

LT-manager: Das Motto des Symposiums „Immer einen Schritt voraus“ ist sehr offen gehalten. Was muss der Einkäufer und Logistiker tun, um immer einen Schritt voraus zu sein?

Hildebrandt: Wir befinden uns noch immer auf einem hohen Wirtschaftsniveau, das wir in Anbetracht der Risiken insbesondere aus der ungelösten Schuldenkrise nicht halten werden. Nur wem es gelingt, eine schlagkräftige, flexible Einkaufsorganisation zu schaffen, Innovation zu generieren und strategische Partnerschaften wirklich zu leben, der ist einen Schritt voraus. Unternehmen haben erkannt: Erfahrene Beschaffungsexperten leisten aufgrund ihrer profunden Kenntnis der Märkte aber auch des Innenlebens der Unternehmen die erfolgsentscheidenden Beiträge für Stabilität und Wachstum. Entsprechende Best-Practice-Beispiele wollen wir in Berlin präsentieren und diskutieren.

 

LT-manager: In die Kristallkugel geblickt: Welche drei Vorträge werden nach Ihrer Einschätzung in Ihren Augen die meisten Zuhörer ins Auditorium locken?

Hildebrandt: Sicherlich wird es ein besonderes Erlebnis sein, Dr. Heiner Geißler als Abschlussredner zum Thema „Bürgeraufstand in der Mediendemokratie“ zu hören. Aber auch die anderen Key-Note-Redner sind hochkarätig, so dass ich an dieser Stelle keine Eingrenzung vornehmen möchte. Hans-Georg Härter, Vorsitzender des Vorstands der ZF Friedrichshafen AG, wird darlegen, wie die Automobilindustrie aus der Krise in den Boom hineinfuhr und wie es jetzt weitergeht. Edwin Eichler, Mitglied des Vorstands der ThyssenKrupp AG, spricht über die Entwicklung des Werkstoffes Stahl im Spannungsfeld steigender Rohstoff- und Energiekosten sowie Innovationen. Dr. Hansjörg Rudi, Vorstandsvorsitzender der Schenker Deutschland AG, wird innovative Logistiklösungen präsentieren. Staatsekretär Ernst Burgbacher skizziert die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, geht auf die Volatilitäten der Erzeugerpreise ein. Prof. Dr. Thomas Müller-Kirschbaum, Corporate Senior Vice President bei der Henkel AG & Co. KGaA, setzt sich mit der Frage der Bedeutung von Nachhaltigkeit für das Supply Chain Management auseinander. Dr. Bernd Welzel, Sprecher der Geschäftsführung der F.S. Fehrer Automotive GmbH, präsentiert intelligente Produkt- und Prozesslösungen für den Leichtbau in der Automobilindustrie.

 

LT-manager: Welche Veränderungen gibt es beim Symposium 2011 inhaltlicher oder organisatorischer Natur?

Hildebrandt: Es gibt keinen Anlass zu wesentlichen Änderungen. Neben den Vorträgen unserer Key-Note-Redner setzen wir auf den bewährten Mix aus Fachkonferenzen, Morning Specials, Round Tables und Workshops. Das Symposiumsmotto findet sich zum Beispiel wieder in Konferenzen zu den Themen „Einkaufsorganisation“, „Innovation und Prozessoptimierung“, „strategische Partnerschaften“, „Rohstoffbeschaffung“, „Emerging Markets“, „Risikomanagement“, „Global Sourcing“, und natürlich „Human Resources Management“. Eines ist sicher: Die Teilnehmer werden in Berlin wieder die Qual der Wahl haben und mit belastbaren Erkenntnissen im Gepäck die Heimreise antreten.

 

LT-manager: Wie beurteilen Sie bis dato die Resonanz der Aussteller, wie die der Teilnehmer? Welche Zahlen prognostizieren Sie?

Hildebrandt: Die positive Wirtschaftsentwicklung in Deutschland 2011 hat uns entsprechenden Rückenwind gegeben. Wir erwarten wieder weit über 2000 Teilnehmer auf Europas größtem Einkäufer-Summit. Damit bewegen wir uns derzeit schon auf dem Niveau des Vorjahres, als wir einen Teilnehmerrekord verbuchen konnten. Auch die Fachausstellung „brummt“. So haben wir auch dieses Jahr neue Zielgruppen erschlossen, z.B. Aussteller aus dem Energie- und Automotive-Sektor. Mitte September hatten sich bereits rund 120 Anbieter für die begleitende Fachausstellung gemeldet. Zudem begrüßen wir auch dieses Jahr Aussteller aus anderen Ländern, z.B. aus China, Indien, Israel und Österreich.

 

LT-manager: Mit 18 Fachkonferenzen, 14 Morning Specials, 8 Round Tables und 8 Workshops auf drei Tage verteilt bietet das BME-Symposium ein sehr umfangreiches Programm. Denken Sie daran, es zugunsten des Netzwerkgedankens in Zukunft zu verkleinern?

Hildebrandt: Nein. Das Networking ist ein wesentlicher Aspekt des Symposiums. Pausen und Abendgestaltung geben Teilnehmern und Ausstellern ausgiebig Gelegenheit zum Austausch.

Über Martin Schrüfer 1261 Artikel
Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss