Aus Ausgabe 3/11: Interview mit Eugen Egetenmeir, Messe München

Eugen Egentenmeir ist Geschäftsführer der Messe München.


Das nachfolgende Interview ist eine Ergänzung des Artikels “Diskutieren in illustrer Runde” aus LT-manager, Ausgabe 3/11 (S. 52)
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Die transport logistic hat thematisch ein unglaubliches weites Spektrum abzubilden – vom Hafen bis zum Schiff und Fernverkehrs-Lkw. Wie schaffen Sie das?
Egetenmeir: Wir können das inhaltlich sehr gut auf unserem modernen Messegelände abbilden. Die acht Ausstellungshallen sind weitgehend thematisch geordnet: So belegt die Air Cargo Europe, die Schau für die Luftfracht, eine gesamte Halle, die maritime Logistik verteilt sich über bis zu drei Hallen, die IT-Unternehmen bündeln wir in einer Halle. Über die weitere Fläche verteilt sich das breite Spektrum der Dienstleister. Auf dem Freigelände erleben Sie die Systeme des Güterverkehrs, die Schienenfahrzeuge können auf unserem eigenen Gleis bis vor die Halle fahren. Ergänzend dazu thematisieren wir in unserem Konferenzprogramm die Top-Themen aus dem intermodalen Güterverkehr. Die transport logistic hat sich, was die Breite und die Tiefe ihres Angebotes angeht, als die weltweit bedeutendste Veranstaltung der Branche etabliert. Daher können wir auch darauf zählen, dass sich alle zwei Jahre die gesamte globale Wertschöpfungskette des Transports und der Logistik in München trifft.

Welche Veränderungen und Verbesserungen erwarten den Besucher?
Egetenmeir: Wir bieten dieses Jahr erstmals das Print@Home-Ticket. Das heißt, Besucher können ihre Karte bereits vorab online erwerben und selbst zu Hause ausdrucken. Neu ist auch unsere Messe-App für iPhones und die mobile Website für alle Smartphones: mit allen relevanten Informationen zu den Ausstellungsständen und ihren Standorten in den Hallen, zu Points of Interest und zum Konferenzprogramm. Wir werden erstmals auch Social Media einsetzen. Wir freuen uns über Fans bei Facebook und werden auch kurz vor der Veranstaltung twittern und eine Twitter Wall auf www.transportlogistic.de integrieren.

Die transport logistic ist seit 1978 von Ausgabe zu Ausgabe gewachsen, was die Aussteller- und Besucherzahlen angeht. Schaffen Sie das 2011 auch wieder – und: ist das überhaupt ein wichtiger Gradmesser, immer weiter zu wachsen
Egetenmeir: Wir werden tatsächlich auch 2011 wieder wachsen und erwarten mehr als 1.800 Aussteller aus über 55 Ländern. Zu den Besucherzahlen können wir noch keine Prognose abgeben. Uns kommt es aber sicher nicht auf zielloses, quantitatives Wachstum an, sondern primär geht es uns um die Qualität unseres Besucher- und Ausstellerspektrums. Allerdings haben wir es hier mit einer besonders wachstumsstarken Branche zu tun. Erst kürzlich hat das Verkehrsministerium prognostiziert, dass der Güterverkehr bis 2025 um 80 Prozent wachsen soll. Da muss auch die Branche mitziehen, was sich konsequenterweise auf die Dimension der transport logistic auswirkt, die ja als Weltleitmesse ihre Entwicklung abbildet.

Sind Sie abergläubisch? Immerhin handelt es sich um die 13. Ausgabe der transport logistic … Und wenn ja: Was tun Sie gegen das Omen?
Egetenmeir: Ich bin kein abergläubischer Mensch – im Gegenteil: Ich finde die 13, gerade weil sie so sagenumwoben ist, eine spannende und herausfordernde Zahl. Das passt prima zu einer Branche, die sich auch jeden Tag neuen Herausforderungen stellt. Ich bin also ganz positiv gestimmt.

Gibt es einen bestimmten Tag oder ein bestimmtes Thema während der transport logistic, auf das Sie sich persönlich besonders freuen?
Egetenmeir: Ich bin gespannt auf die Messe-Auftaktdiskussion mit Bundesverkehrsminister Ramsauer, Bahnchef Grube, Lufthansa-Cargo-Chef Garnadt und weiteren Branchengrößen. Hier wird eine illustre Runde diskutieren – und zwar zum Thema: ,Zwischen Ökogewissen und Ökonomiezwang – wie viel Grün kann (sich) die Logistik leisten?’ Außerdem rufen wir für den letzten Messetag den ,Chef-Tag’ aus. Damit wollen wir erreichen, dass am Freitag möglichst viele Vertreter des Top-Managements am Messestand für Gespräche zur Verfügung stehen. Wir unterstützen dazu alle teilnehmenden Aussteller mit kostenfreien Gastkarten und veröffentlichen die Unternehmen zeitnah auf unserer Homepage, so dass Besucher bereits vorab Termine vereinbaren können.

Welche Resonanz auf die kommenden Fachkonferenzen marilog und Air Cargo Europe zeichnet sich ab? Sind die beiden Konferenzen für Sie „must haves“ oder eher „nice to haves“ im Gesamtbild der Messe?
Egetenmeir: Die beiden Fachkonferenzen haben immer eine sehr gute Resonanz und sind für mich ,must-attend-events’. Denn sie ergänzen unser Ausstellungsangebot um eine sehr wichtige Komponente: den Austausch und Dialog zu Spezialthemen, den wir mit diesen Events fest in unserem Programm institutionalisiert haben. Beide Konferenzen sind dieses Jahr übrigens zum ersten Mal im Eintrittspreis der transport logistic inbegriffen und kosten keine Extra-Gebühr.

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss