Aus Ausgabe 5/11: Interview zur Kooperation von LEGO mit Mercedes Benz

Ergänzung zum Artikel „Jubiläum in 2048 Teilen“ auf Seite 64 in LT-manager Ausgabe 5/11. LT-manager testete in diesem Artikel das LEGO-Modell des Mercedes-Benz Unimog auf Herz und Nieren.

Das Interview mit dem Mercedes-Marketingexperten Benjamin Syring zum Thema lesen Sie exklusiv hier auf www.lt-manager.de.

 

 

  LT-manager: Wer hat die Aktion initiert? LEGO oder Mercedes-Benz?

Benjamin Syring: Die Idee kam über einen Mitarbeiter des Mercedes-Benz Werk Wörth, der seinen Vorschlag in das interne Ideenportal eingestellt hat. Die Idee wurde aufgenommen und mit Lego besprochen. Dies traf sehr schnell auf große Begeisterung und das erste Treffen folgte unmittelbar danach, um über das Projekt zu sprechen.

 

LT-manager: Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit LEGO vorstellen? Haben Sie Baupläne den Konstrukteuren dort überlassen oder ein fertiges Fahrzeug?

Benjamin Syring: Es gab mehrere Abstimmungsmeetings bei Lego in Billund (Dänemark), München (Lego Vertrieb Deutschland) und hier im Mercedes-Benz Werk Wörth zwischen Lego (Marketing, Design & Technik) sowie Mercedes-Benz Special Trucks (Marketing & Produktmanagement). Vorlagen war natürlich das Fahrerlebnis im Gelände mit den Unimog Baureihen, welches begeisterte, eine Einführung der Produktvorteile und Technik am Fahrzeug durch das Produktmanagement, um die Einzigartigkeit zu verstehen (Portalachsel, Leiterrahmen, Achsverschränkung, Design), und ergänzend die Unterlagen Broschüren und technische Datenblätter und Informationen aus dem Internet über Einsätze, Segmente, Modelle und Kundenanforderungen.

 

LT-manager: Wieviel Einfluss hatte Mercedes-Benz auf die Ausarbeitung der Details?

Benjamin Syring: Sehr viel! Dies war von Lego Technic so gewünscht, um das Modell so realistisch wie möglich zu entwickeln und aufzubauen. Das ist der Anspruch von Lego und natürlich auch von uns. Die Fahrzeug-Abstimmung lief über Prototypen, die eigens dafür aufgebaut wurden.

 

LT-manager: Gab es bei bestimmten Punkten Diskussionen? Wenn ja, bei welchen?

Benjamin Syring: Ja, zum Beispiel über die technische Umsetzung des Fahrwerkes, da die Bausteine teilweise nicht verfügbar waren. Einige Bausteine wurden daraufhin neu entwickelt (was selten vorkommt). Der Anspruch war das Modell nicht nur optisch durch große Bereifunggeländegängig zu machen sondern real, zum Beispiel durch eine getreue Nachbildung des Fahrwerks inkl. Portalachsen. Dies ist hervorragend gelungen.

 

LT-manager: Wird Mercedes-Benz den Verkauf des LEGO-Unimogs mit Marketing unterstützen oder selbst verkaufen?

Benjamin Syring: Lego Technic und Mercedes-Benz werden die Modelle verkaufen. Die Information über den Verkauf des Modells hat intern große Begeisterung ausgelöst. Die Identifikation hier im Werk Wörth, unserer Vertriebsorganisation, den Kunden und Fans ist sehr hoch, somit entwickelte sich nach der ersten Kommunikation eine große Nachfrage. Bei Lego Technic verhält es sich ähnlich. der Vertrieb ist begeistert und das Modell wird weltweit verkauft, sogar in den USA! Es gibt gemeinsame und unterschiedliche Marketingaktivitäten, insgesamt emotionalisiert es sehr. So wurde über die ersten Marketingpläne hinaus weitere Maßnahmen entwickelt, da das Interesse an dem Modell sehr breit aufgestellt ist (Mitarbeiter, Vertrieb, Kunden, Presse, Lifestyle, Messen, etc.)

 

LT-manager: Gibt es bereits Pläne für weitere Modelle in Zusammenarbeit mit LEGO? Oder wird die Aktion „einmalig“ bleiben?

Benjamin Syring: Wir sind im Moment in der Einführungsphase des Lego Unimog-Modells. Die Lego Modelle leben von der Unterschiedlichkeit der Themen, die wir bei Mercedes-Benz zweifelsohne haben. Über weitere Pläne nachzudenken, würde sich natürlich nach der tollen Reaktion anbieten, ist aber im Moment noch zu früh.

Das Interview führte Martin Schrüfer, Chefredakteur LT-manager

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