Niels Stolberg wegen Kreditbetrugs angeklagt

1 Feb

Bremen, 01.02.13 – Niels Stolberg, ehemals Chef der Beluga Shipping, wird der Prozess gemacht: Nach fast zweijährigen Ermittlungen hat die Bremer Staatsanwaltsschaft am 1. Februar Anklage gegen den Oldenburger Unternehmer und den ehemaligen Leiter des Bereichs Ship-Finance erhoben. Sie wirft den beiden Kreditbetrug in 16 Fällen vor.

Stolberg hat nach Meinung der Staatsanwaltschaft zwischen 2006 und 2010 bei Schiffsneubaufinanzierungen kreditgebende Banken belogen. Ein Termin für den Prozess steht noch nicht fest.

Radio Bremen will dagegen bereits Details erfahren haben: So habe die Anklageschrift 200 Seiten, konkret werde Stolberg vorgeworfen, dass er gegenüber den Banken, die seine Schiffe finanziert haben, die mit zwei chinesischen und einer niederländischen Werft vereinbarten Kaufpreise per Nebenabsprachen überhöht habe. Die Differenz zwischen tatsächlichem und kommunizierten Kaufpreis hätte sich der ehemalige Reeder demnach mit den Werften geteilt.

In der offiziellen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Bremen liest sich das dann so:

Den Angeschuldigten wird zur Last gelegt, in den Jahren 2006 – 2010 im Rahmen von Schiffsneubaufinanzierungen gegenüber den kreditgebenden Banken die Gesamtinvestitionskosten für 20 Schiffsneubauten um insgesamt 93,3 Mio. Euro überhöht dargestellt zu haben, wodurch sie eine Erhöhung der Fremdfinanzierungsquote je Schiffsneubau von durchschnittlich 70 % auf bis zu 100 % erreichten.

Kreditbetrug wird laut § 265b Abs. 1 StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Neben dem mutmaßlichen Kreditbetrug waren Niels Stolberg in den vergangenen Monaten unter anderem auch Verstöße gegen das Insolvenzrecht im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Yacht, Veruntreuung von Spendengeldern und Waffenschmuggel vorgeworfen worden. Zu welchem Ergebnis diese Ermittlungen führen, ist noch völlig offen.  ms

 

Siehe auch: http://www.lt-manager.de/niels-stolberg-macht-wieder-schlagzeilen-waffenschmuggel (www.lt-manager.de vom 30.10.12)


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