Niels Stolberg macht wieder Schlagzeilen: Waffenschmuggel?

Oldenburg,30.10.12 – Niels Stolberg, Ex-Chef und -Eigentümer der Reederei Beluga Shipping, macht wieder Schlagzeilen: Einem Bericht des „NDR“ zufolge soll ein Schiff der Beluga-Flotte Kriegswaffen transportiert haben.

Die Faktenlage ist im Moment aber alles andere als reichlich: Es geht dem Bericht, der in dem Magazin „Hallo Niedersachsen“ ausgestrahlt wurde, um eine Lieferung von 16 Schützenpanzern aus der Ukraine nach Myanmar (früher Birma). Wenn Stolberg sowie zwei weitere Manager, gegen die ermittelt wird, davon Kenntnis hatten, hätten sie gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen, denn gegen Myanmar beziehungsweise die dortige Militärdiktatur besteht ein von der EU verhängtes Embargo. Des weiteren habe die Staatsanwaltschaft Bremen einen nicht näher spezifizierten Vorgang an den Generalbundesanwalt in Karlsruhe übergeben. Diese ermittelt bei Themen, die die äußere Sicherheit des Landes betreffen. Der beschuldigte Ex-Reeder dementierte umgehend gegenüber der „Bild“-Zeitung, die Staatsanwaltschaften schweigen bislang zu dem Vorgang.

Im Zusammenhang mit der Pleite von Beluga Shipping im März 2011 wird gegen Stolberg wegen Bilanzfälschung, Kreditbetruges und Spendenveruntreuung ermittelt (wir berichteten) Wann es dazu wieder Neues gibt, ist offen. Auf Anfrage von LT-manager kommentierte Frank Passade, Staatsanwalt und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Bremen: „Die Ermittlungen im ‚Beluga-Verfahren‘ dauern weiterhin an. Ein Ende ist derzeit nicht absehbar.“ ms

Siehe auch:

Kein Ende der Ermittlungen in Sicht (12.03.12)

Niels Stolberg wieder als Gastronom aktiv (09.11.11)

Niels Stolberg stellt sich neu auf (01.09.11)

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss

2 Kommentare

  1. Nicht Niels Stolberg macht Schlagzeilen, sondern diejenigen, die solche Verdächtigungen in die Welt setzen. Ich frage mich immer, warum die Leute so schnell dazu kommen, über Sachverhalte zu urteilen, von deren Details sie keine Kenntnis haben. In der Tat, die Faktenlage ist alles andere als reichlich. Umso verwunderlicher, dass manche Print- und Internetmedien es trotzdem schaffen, aus den kümmerlichen Fakten (die gegenwärtig nichts weiter sind als Vermutungen), teilweise echt lange Berichte zu zimmern, die dem Stolberg nicht gerade zum Vorteil gereichen.

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