Lagerimmobilien in Deutschland – Entwicklungen und Trends

immogate_2014_Spatenstich 20140508_webMünchen, 29.03.2016 – Wie aus den aktuellen Daten der Bundesbank zu entnehmen ist, ziehen die Preise für Gewerbeimmobilien seit etwa zehn Jahren stetig an. Dies ist zum einen den gestiegenen Baupreisen für neue Objekte und der Knappheit verfügbarer Gewerbeflächen, zum anderen jedoch der günstigen Konjunkturentwicklung geschuldet, die dem Markt für Lager- und Logistikimmobilien zusätzliche Impulse gibt.

Dabei ist allerdings weiterhin eine große Disparität des Preisniveaus zwischen den einzelnen Regionen Deutschlands und innerhalb derselben festzustellen. Desweiteren gibt es große lagebedingte Unterschiede. Die Nähe zu City und Airport und eine optimale Anbindung an das Autobahnnetz steigern das Preisniveau oft erheblich. Ein wichtiges Kriterium der Preisbildung ist auch der Zustand und die Ausstattung des Objekts. Die Möglichkeit einer ebenerdigen Anbindung über Rampen und Segmenttore wirkt ebenso preissteigernd wie das Vorhandensein von Aufzugs- und Hebetechnik. Ferner kommt es wesentlich darauf an, ob sich eine Immobilie „nur“ als einfache Lagerhalle eignet oder ob sie sich auch für weitere Logistikaktivitäten wie zum Beispiel für die Kommissionierung und Weiterleitung von Waren, eignet. Multifunktionale Hallen, die auch für Produktionszwecke genutzt werden können, weisen generell höhere Kauf- und Mietpreise auf. Für die Preisbildung ist auch die Langfristigkeit der Vertragsbindung und die Aufteilbarkeit des Objekts erheblich, wobei generell größere Objekte quadratmeterbezogen billiger als kleinere sind.

Das passende Objekt finden

Wer die Anmietung einer Lagerimmobilie plant oder den Kauf einer solchen erwägt, kann häufig durch eine günstige Standortwahl ergebliche Einsparungen erzielen. Empfehlenswert ist unbedingt ein Vergleich passender Objekte auf den einschlägigen Portalen im Netz. In vielen Fällen – besonders bei Käufen und langfristigen Anmietungen – empfiehlt sich die Konsultation eines professionellen Maklerunternehmens, das eine ausgewiesene Expertise im Marktsegment der Gewerbeimmobilien besitzt. Erfahrene Maklerfirmen wie beispielsweise Jones Lang LaSalle betreiben ein eigenes Angebotsportal für Gewerbeobjekte und besitzen umfangreiche Detailkenntnisse über die besonderen Marktgegebenheiten in allen wirtschaftlich relevanten Regionen Deutschlands.

Der Markt für Lagerhallen in den Regionen Deutschlands

Schon seit Jahrzehnten werden in einzelnen Regionen Süddeutschlands die höchsten Kauf- und Mietpreise für Lagerhallen gezahlt. Besonders München und sein Umland (unter anderem Freising, Erding und Fürstenfeldbruck) nimmt mit durchschnittlichen Mietpreisen von sieben bis zehn Euro netto pro qm nimmt bundesweit eine Spitzenposition ein. Es folgt der Großraum Stuttgart (mit unter anderem Esslingen, Leinfelden-Echterdingen, Böblingen, Sindelfingen). Teuer sind auch die grenznahen Regionen um Karlsruhe, Freiburg/Breisgau und Konstanz sowie der Rhein-Neckar-Raum mit Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg, wo jeweils Nettomieten von durchschnittlich fünf bis sieben Euro pro Quadratmeter erzielt werden. Ein ähnliches Preisniveau erreicht das Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt/Main einschließlich der Region Mainz/Wiesbaden. Geringfügig günstiger sind die Lagermieten im Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen sowie in den Räumen Augsburg beziehungsweise Ingolstadt. Im Rheinland liegen die Monatsmieten im Raum Düsseldorf/Köln/Bonn/Aachen mit durchschnittlich fünf bis sechs Euro am höchsten, während im Ruhrgebiet (Essen/Duisburg/Bochum Dortmund) kaum mehr als fünf Euro netto gezahlt werden. Im Nordraum des Ruhrgebiets (Oberhausen/Bottrop/Gelsenkirchen) liegen die Preise noch darunter. In Norddeutschland werden in Hamburg mit durchschnittlich fünf bis sieben Euro die höchsten Lagerraummieten erzielt, während die Durchschnittsmieten in den Regionen Berlin, Leipzig/Halle und Dresden zehn bis zwanzig Prozent darunter liegen.

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss