Kieler Seehafen bleibt in guter Form

Ostuferhafen_RoRo_Verladung_webKiel, 15.01.2014 – Der Kieler Seehafen hat in 2013 sein gutes Umschlagsergebnis gehalten. Mit einer Leistung von 6,32 Mio. Tonnen wurde das Vorjahresergebnis sogar nochmals leicht um 0,2 Prozent übertroffen.

Rückgrat des Kieler Hafengeschehens sind die Fährverkehre, die auf 5,1 Mio. Tonnen zulegten (plus 1,3 Prozent) und damit über 80 Prozent zum Gesamtumschlag beitrugen. Die größten Zuwächse wurden von der Stena Line auf der Route Kiel – Göteborg erzielt, während DFDS Seaways auf der Route Kiel – Klaipeda das höchste Transportvolumen aufweist. Herausragend war in Kiel die Entwicklung im kombinierten Ladungsverkehr Schiene/Schiff, der um knapp 14,7 Prozent auf nahezu 24.000 Frachteinheiten anstieg. Anfang Februar 2014 wird das Angebot durch eine Direktzugverbindung zwischen Kiel und Duisburg erneut erweitert.

Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG: „In einem insgesamt nicht einfachen Marktumfeld haben wir das hohe Umschlagsniveau des Kieler Hafens erfolgreich gehalten. Durch neue Angebote im Schienengüterverkehr und verbesserte Umschlagstechnologie konnte zudem ein Wachstumssprung im kombinierten Ladungsverkehr erreicht werden.“ Insgesamt positiv war auch der Umschlag von Massengütern, der um 0,6 % auf insgesamt 1,2 Mio. Tonnen anstieg. Im Passagierverkehr von und nach Kiel wurden 1,94 Mio. Reisende auf Fähr- und Kreuzfahrtschiffen befördert. Dies entspricht einem Plus von 1,4 % gegenüber dem Vergleichszeitraum. Rechnet man den Ausflugsverkehr über See hinzu, so wurden sogar mehr als 2 Mio. Passagiere befördert.

Das Jahr 2013 war für den Kieler Seehafen insbesondere durch den Ausbau der Fracht- und Logistikkapazitäten des Ostuferhafens gekennzeichnet. Wichtige Maßnahmen, wie die Inbetriebnahme eines Scanning-Gates, der Yard-IT, des neuen Portalkrans sowie einer vierten Lagerhalle, wurden zeitgerecht abgeschlossen. Darüber hinaus wurde Liegeplatz Nr. 1 ertüchtigt und mit einer überarbeiteten RoRo-Rampe neu ausgerüstet. Dirk Claus: „Während unser Fokus im vergangenen Jahr auf der Optimierung des Ostuferhafens lag, konzentrieren wir uns nunmehr auf die Erweiterung des Hafenteils durch Integration eines angrenzenden Gewerbegebietes. Ziel ist es, unsere Marktführerschaft im RoRo-Verkehr mit dem Baltikum zu festigen.“ Mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein wird die SEEHAFEN KIEL in diesem Jahr etwa 10 Mio. Euro in den Ostuferhafen investieren. Nachdem das Planfeststellungsverfahren noch im Dezember abgeschlossen wurde, steht der Beginn der Erweiterungsarbeiten nun unmittelbar bevor. Bis Jahresende werden etwa 5 Hektar zusätzliche Betriebsfläche zur Verfügung stehen.

In 2013 wurden an den Kombiterminals im Ostuferhafen und am Schwedenkai erstmals knapp 24.000 Ladungseinheiten auf die Schiene umgeschlagen. Dies entspricht einem Plus von 14,7 % gegenüber dem Vergleichszeitraum. Von den insgesamt im Hafen umgeschlagenen Trailern und Containern wurde damit etwa 1/5 für den Weitertransport auf die Bahn verladen. Dirk Claus: „Der Hinterlandverkehr des Kieler Hafens wird nach wie vor vom Lkw dominiert. Gleichzeitig gewinnt aber der kombinierte Ladungsverkehr auf der Schiene stetig an Bedeutung.“ Um die wachsenden Mengen zeitgerecht abfertigen zu können, hat die SEEHAFEN KIEL in neue Umschlagstechnologie investiert. Wurde der Kombiumschlag bisher mittels Reach Stacker versehen, so ist im Ostuferhafen seit dem Sommer ein leistungsstarker Portalkran mit hoher Ladegeschwindigkeit im Einsatz. Ein vergleich¬bares Gerät wird in diesem Jahr am Schwedenkai folgen.

Kiel ist derzeit über einen täglichen Kombishuttle mit Hamburg-Billwerder verbunden, wo Anschluss an viele nationalen Destinationen besteht, die über Nacht erreicht werden. Seit Oktober 2012 verkehrt zudem zweimal wöchentlich ein Direktzug zwischen Kiel und Verona in Norditalien, wodurch der Alpentransit auf der Straße entfällt. Zum Jahresbeginn erhält Kiel nunmehr eine weitere Ganzzugverbindung im kombinierten Verkehr. Ab dem 3. Februar verkehrt dreimal wöchentlich ein Kombizug direkt zwischen dem Kieler Hafen und Duisburg-Ruhrort. Kiel ist damit auf der Schiene noch schneller und erstmals direkt vom Ruhrgebiet aus erreichbar. Betreiberin der Verbindung ist die Kombiverkehr KG, Frankfurt, die in Kiel sowohl den Ostuferhafen als auch das Terminal am Schwedenkai bedient. red

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss