Initiative Die Fracht braucht die Nacht kritisiert NRW-Koalition

Die Fracht-Initiativen-Gründer. Foto: DFbdN

Frankfurt/M., 20.07. – Kaum zusammengekommen, muss sich die künftige rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen bereits heftige Kritik von der Logistikinitiative „Die Fracht braucht die Nacht“ anhören: Von einer „Verweigerungshaltung“ ist in einer Mitteilung zu lesen.„Der Koalitionsvertrag, den die Bündnispartner SPD und Bündnis 90/Die Grünen unterzeichneten, sieht empfindliche Einschränkungen des Nachtflugbetriebs an den Flughäfen des Landes vor, insbesondere an den Standorten Köln/Bonn und Düsseldorf“, erklärt die Initiative. Und weiter: „Wenn in einem der größten Wirtschaftszentren in ganz Europa nicht eine angemessene Zahl von Start- und Landebewegungen in der Nacht möglich bleibt, läuft das Land Gefahr, im internationalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren. Deutschlands Position als Logistikchampion wäre nachhaltig gefährdet.“

Ewald Heim
, Geschäftsführer der Initiative: „Der Koalitionsvertrag der rot-grünen Minderheitsregierung in NRW ist unausgewogen. Am Flughafen Köln/Bonn gibt es eine überschaubare Anzahl von Flugbewegungen in der Nacht. Weitgehende Betriebsbeschränkungen stellen die Attraktivität des Airports als Luftfahrt-Drehkreuz in Frage. Nordrhein-Westfalen braucht Flughäfen mit international wettbewerbsfähigen Betriebszeiten.“

Des weiteren beunruhigen die Macher der Initiative die  bundespolitischen Akzente des Koalitionsvertrags, da vereinbart worden sei, alle Versuche der Bundesregierung in der Länderkammer zu blockieren, das Luftverkehrsgesetz zugunsten einer stärkeren Berücksichtigung von wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu novellieren. ms


Zur Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“
„Die Fracht braucht die Nacht“ ist eine Initiative der deutschen Logistikbranche. Sie setzt sich für eine stärkere Berücksichtigung von volks- und betriebswirtschaftlichen Interessen bei der Regelung des Nachtflugbetriebs an deutschen Verkehrsflughäfen ein. Konkret will sie die Regierungskoalition im Bund darin bestärken, die im Koalitionsvertrag vorgesehene Novellierung und Präzisierung des Paragraphen 29b des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) umzusetzen und damit eine verlässliche gesetzliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen über die Zulässigkeit von Nachtflügen zu schaffen. Gründungsmitglieder der Initiative sind die Lufthansa Cargo AG, der Air Cargo Club Deutschland (ACD), das Board of Airline Representatives in Germany (BARIG), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) und der Speditions- und Logistikverband Hessen/Rheinland-Pfalz (SLV).

Die Fracht-Initiativen-Gründer. Foto: DFbdN

Gründungsmitglieder der Initiative: v.l. Mathias Jakobi (ACD), Thorsten Hölser (SLV), Heiner Rogge (DSLV), Carsten Spohr (Lufthansa Cargo AG), Ewald Heim (Geschäftsführer), Dr. Adolf Zobel (BGL), Martin Gaebges (BARIG)

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss