Industrie 4.0 in der Logistik

Kardex Megamat LT-Manager S1 221111_webMünchen, 29.02.2016 – Unter dem Begriff Industrie 4.0 verbirgt sich ein Schlagwort, dass schon seit einiger Zeit in der Industrie und der Politik heiß diskutiert wird und an dem sich die Geister scheiden. Bei dem Begriff handelt es sich im engeren Sinne um ein Zukunftsprojekt der Bundesregierung, dass eine enge Vernetzung von modernen IT-Systemen und Fertigungstechniken vorsieht, um die Industrie für zukünftige Herausforderungen fit zu machen.

Die Grundlage von Industrie 4.0: das Internet der Dinge

Dem Strategiepapier zufolge, das von der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit Vertretern des Deutschen Industrieverbandes angefertigt wurde, befinden wir uns an den Pforten der vierten industriellen Revolution. Dieses neue industrielle Zeitalter wird vor allem durch die rasante Entwicklung des Internets vorangetrieben, die auch in diversen Industriezweigen zunehmend eine wichtige Rolle spielt. Die rasend schnelle Entwicklung und Verbreitung neuer Vernetzungs-Technologien hat zur Folge, dass die virtuelle und reale Welt immer mehr miteinander verschmelzen, was schließlich noch in diesem Jahrzehnt zu einem Internet der Dinge führen wird. Durch dieses „Internet of Things“ eröffnen sich in der Industrie und Logistik neue Möglichkeiten, die noch bis vor einigen Jahren als Fiktion galten.

Revolution in der Logistikbranche

Die neuen Technologien halten vor allem in der Logistik-Branche unaufhaltsam Einzug und sind kurz davor die gesamte Branche zu verändern. Bei diesen neuen Technologien handelt es sich um intelligente Systeme, die in der Lage sind, genauso wie ein Mensch autonom Entscheidungen zu treffen. Durch den Einsatz dieser smarten Technologien wird es möglich, ganze Arbeitsgänge und Prozesse von intelligenten Systemen durchführen und steuern zu lassen. Der allmähliche Einzug und Einfluss dieser smarten Systeme ist schon in der heutigen Logistik sichtbar. Aktuelle Logistik-Prozesse haben mit der primitiven Warenlagerung und dem Versand, der noch vor einigen Jahren in dieser Branche üblich war, kaum noch etwas zu tun. Die neuen Web- und Vernetzungs-Technologien ermöglichen einen noch nie dagewesenen Grad an Flexibilität und Interaktivität zwischen den Logistikdienstleistern und den Kunden – Weitere Informationen und News zu den neuesten Logistik- und Produktions-Systemen finden sich beispielsweise auf industrystock.de

Die Fabriken der Zukunft

Vor einigen Monaten wurde der erste Prototyp einer intelligenten Fabrik der Öffentlichkeit präsentiert, der von dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen und Elektronik-Herstellern entwickelt wurde. Diese „Smart Factory“ vereinigt in sich eine Vielzahl unabhängiger Produktions- und Logistik-Module, die alle untereinander vernetzt sind und miteinander kommunizieren und selbstständig Entscheidungen treffen können, um eventuelle Probleme zu beheben. Bei diesem Prototyp einer intelligenten Fabrik fällt der Mensch fast vollkommen aus dem Produktionsprozess. Menschliche Arbeitskräfte werden in Zukunft die Rolle des Assistenten übernehmen, um bei eventuellen Problemen schnell eingreifen zu können.

Intelligente Lager- und Transportsysteme

In der Logistik der Zukunft werden zellulare Transportsysteme eine bedeutende Rolle spielen, die schon heute in einigen Unternehmen eingesetzt und getestet werden. Bei dieser innovativen Transporttechnologie handelt es sich um ein System, das aus einer Vielzahl intelligenter Fahrzeuge besteht, die dank modernster Technik ihre Umgebung eigenständig erfassen können und sich selbstständig zu ihrem jeweiligen Ziel bewegen können, ohne dass eine menschliche Intelligenz den ganzen Vorgang steuert oder überwacht. Diese intelligenten Transport-Roboter tauschen untereinander Informationen aus und sind auch in der Lage eingehende Transportaufträge automatisch zu übernehmen. Da dieses innovative Transportsystem ohne zentrale Steuerung arbeitet ist es auch weniger anfällig für eventuelle Probleme.

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss