Hitzige Debatte um Video zu Lang-Lkws

Berlin, 18.09. – Beschäftigungstherapie beim Verein Allianz pro Schiene und dem Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV): Der eine hat ein mäßig überzeugendes Video produziert und veröffentlicht, das die Nachteile der diskutierten Lang-Lkw respektive Monstertrucks zeigt. Der andere kritisiert das Video, was den einen wiederrum zu einer Reaktion bemüßigte.

Wer sich selbst ein Bild verschaffen möchte – und das sollte man generell – sollte zunächst das eigentliche Video anschauen…

http://www.youtube.com/watch?v=krKrT6nVlF4

Der DSLV nahm daraufhin in einer Pressemitteilung vom 15. September wie folgt Stellung:

Angesichts der neuesten PR-Aktion der Allianz pro Schiene ist für den Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) die Grenze des Ertragbaren erreicht. In einem Youtube-Video stellt der Interessenverband den Lang-Lkw erneut als Straßenungetüm und Monstertruck dar, der den Verkehr in Innenstädten wie auf Landstraßen gefährdet und der per se umweltfreundlichen Schiene das Aufkommen wegnimmt. (…) Sogar vor Bildern eines Unfalls mit tödlichem Ausgang schrecken die Filmemacher nicht zurück. „Angesichts eines derartigen Propagandafilms fällt es einem schwer, in der Kritik sachlich zu bleiben. Für uns ist damit der Gipfel der Polemik erreicht“, kommentiert DSLV-Präsident Mathias Krage die neueste Aktion der Lang-Lkw-Gegner. Diese wird unterstützt durch die Vorlage eines Gutachtens, das am Mittwoch in Berlin vorgestellt wird, und welches die rechtlichen Grundlagen des geplanten Modellversuches der Bundesregierung in Frage stellt. „Offensichtlich will man den Modellversuch mit allen Mitteln verhindern, weil man Angst vor den Ergebnissen hat. Es könnte sich ja rausstellen, dass die ganze Panikmache unserer Gegner wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt“, so Krage. Dies erkläre auch die bewusste Unsachlichkeit mit der hier argumentiert wird. Konsequent ist nur vom 60-Tonner die Rede, obwohl im Rahmen des Modellversuchs kein Lkw schwerer als 40 Tonnen sein wird. Gezeigt wird die angebliche Verkehrsbehinderung in Innenstädten, obwohl die Fahrzeuge schwerpunktmäßig auf Autobahnen und Fernstraßen eingesetzt werden. Mit Kreisverkehren kommen Lang-Lkw problemlos zurecht, und die Straße wird aufgrund der höheren Achszahl weniger geschädigt, als bei herkömmlichen Lastzügen. (..)

… worauf der Verein Allianz pro Schiene beziehungsweise seine Pressesprecherin wohl erfreut über die Resonanz waren (immer nach dem Motto: „As long as they spell your name right …“) und erneut eine Mitteilung veröffentlichten. Darin kommentiert Pressesprecherin Barbara Mauersberg unter anderem mit folgendem schönen Satz den Sachstand:

„Wir sind tatsächlich der Meinung, dass der Riesen-Lkw ein obszön langes Gerät ist. Das ist weder Propaganda, noch Polemik, sondern unsere klare Ansage.“

Das Video wurde übrigens innerhalb von einer Woche bei Youtube etwas mehr als 300 Mal aufgerufen, was den eingangs erwähnten Eindruck von einer Beschäftigungstherapie bekräftigt. Verwunderlich ist in dem Zusammenhang übrigens auch, dass die Möglichkeit, Kommentare zum Video abzugeben, von der Allianz pro Schiene deaktiviert wurde. Warum auch immer. Fortsetzung garantiert, vermutet die Redaktion des LT-managers, die sich immer über Kommentare freut. ms

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss