Gottfried Schenker in Logistik Hall Of Fame aufgenommen


München, 13.10. – Die Logistik Hall of Fame hat ein neues Mitglied: Nicht ganz 100 Jahre nach seinem Tod zieht Gottfried Schenker, Erfinder des kombinierten Verkehrs, in die Logistik Hall of Fame ein. Gottfried Schenker, Gründer der gleichnamigen Spedition, wurde im Oktober postum in die Logistik Hall of Fame aufgenommen. Schenkers größtes Verdienst war die Einführung des Bahnsammelverkehrs. Er hatte erstmals die Idee, Kleinsendungen zu größeren Transporteinheiten zu bündeln und mithilfe mehrerer Verkehrsträger über weite Strecken zu befördern. Daraus entwickelte sich ein preiswertes und schnelles Transportsystem, das die Stärken von Schiene, Straße und Wasserwegen nutzte. Mit dieser Innovation hat Gottfried Schenker die Logistik maßgeblich beeinflusst und darüber hinaus den Grundstein für eines der erfolgreichsten Logistikdienstleistungsunternehmen der Welt gelegt.  Dafür, da war sich die unabhängige Jury einig,  gebührt Schenker ein Platz in der Ruhmeshalle.


In die Logistik Hall of Fame werden seit ihrer Gründung 2003 Persönlichkeiten aufgenommen, die sich um die Weiterentwicklung von Logistik und Supply Chain Management außergewöhnlich verdient gemacht haben.
Schenker kam am Beginn des Eisenbahnzeitalters nach Wien und gründete dort 1872 mit Moritz Karpeles aus Tab/Ungarn und Moritz Hirsch aus Prossnitz/Mähren die Schenker & Co. Der legendäre erste Sammelwaggon wurde 1873 auf der Linie Paris – Wien abgefertigt. Während die Hauptläufe vorwiegend auf der Schiene stattfanden, wurden die entsprechenden Hausabholungen und -zustellungen noch mit Pferdefuhrwerken durchgeführt. Schenker war als Verkäufer von Eisenbahntransportleistungen äußerst erfolgreich. Nicht einmal zehn Jahre nach dem ersten Pariser Sammelzug war Schenker das einzige Unternehmen, das von London bis Konstantinopel durchgehend kalkulierte Tarife anbieten konnte. Entsprechend schnell wuchs das Netz der Niederlassungen. Die erste wurde 1874 in Budapest gegründet, es folgten Triest, Prag, Belgrad, Sofia, Saloniki und Konstantinopel.   Heute ist Schenker eine Tochter der Deutsche Bahn AG und bietet mit 91.000 Mitarbeitern weltweite Transport- und Logistikdienstleistungen. Gottfried Schenker starb am 26. November 1901 in Wien. ms

Mehr Infos: www.logistikhalloffame.de

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