Gericht auf den Seychellen verurteilt Piraten

Seychellen, 08.11. – Während die „Jagdsaison“ auf Handelsschiffe vor Somalia weiter munter im Gange ist, meldet die EU-Mission ATALANTA einen juristischen Teilerfolg: Erstmals wurden vor einem Gericht der Seychellen elf somalische Piraten verurteilt. Und das Strafmaß?

Es lag bei sechs Jahren mit der Perspektive auf Haftverkürzung bei guter Führung. Die der Piraterie verdächtigen Somalier waren am 5. März von dem an der ATALANTA-Mission beteiligten französischen Kriegsschiff „FS Nivoise“ gegangen genommen und am 17. März auf die Seychellen ausgeflogen worden. Sie hatten versucht, das spanische Fischereiboot „Intertuna 2“ zu kapern. Das Urteil wurde am 3. November gesprochen. Anders als beispielsweise in Kenia ist aber auf den Seychellen Piraterie kein Kapitalverbrechen und wird dementsprechend niedriger bestraft als eben in Kenia. Dort erwarten Piraten Haftstrafen von bis zu 30 Jahren. Aktuell befinden sich 92 der Piraterie verdächtige Personen in Haft, 43 wurden bereits abgeurteilt. Major General Buster Howes, Operation Commander der Mission, meinte dazu: „Diese erste Verurteilung ist ein wichtiger Schritt in der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und den Seychellen“. ms

 

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