Eilmeldung: MS Beluga Fortune ist wieder frei

Bremen, 25.10. – Große Erleichterung bei Beluga Shipping: Das MS „Beluga Fortune“ mit einer 16-köpfigen Besatzung ist bereits einen Tag nach der Kaperung durch Piraten im Indischen Ozean ohne Lösegeldzahlung wieder frei. „Das besonnene und dank ständigen Sicherheitstrainings routinierte Verhalten der Beluga-Mannschaft an Bord wie auch das rasche Eingreifen der Marineeinheiten, die ein Kriegsschiff binnen weniger Stunden nach der Attacke längsseits des Beluga-Frachters bringen konnten, ließen den Piraten keine andere Möglichkeit als den Traum von einem Millionen-Lösegeld aufzugeben und die Flucht zu ergreifen. Mit glücklicherweise unversehrter Crew und nur kleineren Schäden am Schiff, auf der Brücke und in den Aufbauten setzt der Mehrzweck-Schwergutfrachter nun seinen Weg in den Zielhafen dieser Projektreise, nach Richards Bay in Südafrika, fort“ teilt soeben eine Pressemitteilung der Reederei Beluga Shipping mit.

Niels Stolberg, Geschäftsführender Gesellschafter der Beluga Shipping GmbH, zeigt sich heilfroh über das schnelle Ende der bedrohlichen Kaperung: „Unsere Kollegen an Bord haben den Überfall glimpflich überstanden und sind mit dem Schrecken davon gekommen. Wir haben die Situation sehr schnell lösen können, was uns alle bei Beluga sehr freut. Unser auch finanziell hoher Aufwand, den Seeleuten größtmögliche Sicherheit an Bord zu gewährleisten sowie das permanente Üben von Stresssituationen und das Einstudieren vom wohlüberlegten Verhalten bei Piratenangriffen, was wir seit Jahren immer wieder in Seminaren und Workshops trainieren, haben sich vollends gelohnt. Die Besatzung des MS „Beluga Fortune“ hat sehr besonnen und in exakter Kenntnis der erforderlichen Schritte die Safety-Checkliste abgearbeitet: Sie haben den Angriff per Notruf gemeldet, sich in dem von uns eigens hierfür eingerichteten Sicherheitsraum verschanzt, die Hauptmaschine abgeschaltet, die Brennstoffzufuhr unterbrochen, die Brücke lahm gelegt und über Funk das vor Ort kreisende Aufklärungsflugzeug der Militäreinheiten informiert – so waren die Piraten nicht in der Lage, das Schiff in ihre Gewalt zu bringen und die Seeleute als ‚Faustpfand‘ für eine hohe Lösegeldforderung zu missbrauchen. Wir sind sehr stolz auf unser Team an Bord und sehen uns in unserer Strategie bestätigt, dass Investitionen in die Sicherheit nichts anderes als sehr gut angelegte Gelder sind.“

Am Sonntag, 24. Oktober 2010, war im Beluga-Stammsitz in Bremen um 07:08 Uhr MESZ der Notruf vom MS „Beluga Fortune“ eingetroffen. Dieser Notruf verkündete den unmittelbar bevorstehenden Piratenangriff. Sofort setzte sich die aktivierte Beluga Task Force zusammen, um die weiteren Schritte an Land zu koordinieren. Das Landeskriminalamt, das Bundeskriminalamt und das Auswärtige Amt wurden involviert, die Familien der deutschen, russischen und philippinischen Besatzungsmitglieder vom Direktor der Abteilung Human Resources Sea informiert. Das alarmierte Einsatzführungskommando der Bundeswehr koordinierte mit den internationalen Streitkräften der Anti-Piraten-Mission „Operation Atalanta“ vor Ort den Einsatz der Kriegsschiffe und des Aufklärungsflugzeuges. Niels Stolberg: „Alle involvierten Kräfte haben sehr zielgerichtet agiert und in Kombination mit dem hervorragenden Verhalten unserer Kollegen an Bord dieses rasche und gute Ende der Kaperung ermöglicht. Langfristig muss insbesondere politisch verstärkt dafür Sorge getragen werden, dass die kriminellen Piraten in ihren Hochburgen keinen Nährboden mehr finden.“ ms/red

Über Martin Schrüfer 1261 Artikel
Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss