Dachser schafft den Turnaround

Bernhard Simon präsentierte exzellente Zahlen. (Foto: Dachser)

München, 04.04. – Der Logistikdienstleister Dachser hat am 4. April seine Jahreszahlen bekannt gegeben: Der Umsatz wuchs um 19 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, über das Ergebnis hüllt sich das in Familienbesitz befindliche Unternehmen traditionell in Schweigen.„Heute kann ich Ihnen sagen: Der Turnaround ist gelungen“, kommentierte Bernhard Simon, Sprecher der Geschäftsführung von Dachser, beim Pressetermin im Hotel Bayerischer Hof, die Zahlen. Und die sind in der Tat – lässt man die alte Weisheit mal beiseite, dass Umsatz nicht gleich Gewinn ist – beeindruckend. Die Höhe des Umsatzes ist Rekord in der Geschichte Dachsers, die Zahl der Sendungen lag 2010 bei 46,2 Millionen (plus elf Prozent), die transportierte Tonnage wuchs um 21 Prozent auf 35,5 Millionen Tonnen.

Die drei wesentlichen Unternehmensbereiche von Dachser entwickelten sich unterschiedlich:

European Logistics: 2,4 Mrd. Euro (+10 Prozent)
Air & Sea Logistics: 0,94 Mrd. Euro (+68 Prozent)
Food Logistics: 0,48 Mrd. Euro (-4,6 Prozent)

Simon verriet zudem die Wachstumsraten aus einigen ausgewählten Ländern:

Mexiko: +123 %
Indien: +71 %
USA: +54 %
Slowakei +52 %
Portugal +49 %
China: +49 %
Polen +41 %

Was die Mitarbeiterzahl angeht, hat Dachser auch in diesem Bereich zugelegt: Aktuell sind rund 19250 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig, Ende 2009 waren es noch rund 1750. 59 Prozent der Dachser-Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt, 41 Prozent im Ausland. Und nachdem die Zahl der Mitarbeiter weniger stark wuchs als der Umsatz, erreichte auch die Pro-Kopf-Produktivität nach Angaben von Simon das Niveau von 2008. Umgerechnet machte 2010 jeder Dachser-Mitarbeiter 197.402 Euro Umsatz.

2011 will Simon in „unseren üblichen Wachstumskorridor von knapp über zehn Prozent zurückkehren und ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Bereich anpeilen“. 210 Millionen Euro werden neu investiert, unter anderem wandert das Investment in die neuen Eurohubs in Bratislava und Clermont-Ferrand, die zusammen mit dem bestehenden Eurohub in Überherrn bei Saarbrücken die starke Achse des Konzerns bilden sollen. „Übernahmen im großen Stil“ seien dagegen nicht geplant. ms

Über Martin Schrüfer 1198 Artikel
Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss