Commerzbank stellt Schiffsfinanzierung ein

Hamburg, 27.6.2012 – Die Ankündigung der Commerzbank, ihr gesamtes Schifffahrtsportfolio abzubauen, kommt für den Verband Deutscher Reeder (VDR) überraschend. „Dieser Schritt widerspricht allen bisherigen Verlautbarungen der Bank – zuletzt am 11. Juni auf dem Hamburger Schifffahrtsdialog – und wird erhebliche Folgen für den Schifffahrtsstandort Deutschland haben“, erklärt Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VDR.

„Wir erwarten von der Commerzbank, die Maßnahmen zur Krisenbewältigung für die angeschlagene Schifffahrtsbranche weiterhin konstruktiv zu begleiten. Die Entscheidung zum Ausstieg aus der Schiffsfinanzierung darf nicht bedeuten, dass sich die Commerzbank ihren Kunden aus der Schifffahrt und dem deutschen Schifffahrtsstandort nicht mehr verpflichtet fühlt. Gerade in der jetzigen Situation erwarten wir, dass Kurs gehalten wird! Eine mit Steuergeldern unterstützte und im Teilbesitz des Staates befindliche Bank kann sich nicht von heute auf morgen aus einem für den Standort Deutschland strategisch wichtigen Geschäftsbereich verabschieden.“

Von der Bundesregierung erwartet Nagel deutlich mehr Engagement zur Sicherung des Schifffahrtsstandortes als bisher: „Spätestens mit der heutigen Entscheidung der Commerzbank sind von der Bundesregierung Vorschläge zu erwarten, wie sie der von der Finanzierungskrise gebeutelten Schifffahrt beistehen kann. Konkrete Hilfe könnte der Bund zum Beispiel über die staatseigene KfW-Bank bereitstellen. Die Bundesregierung darf nicht untätig zusehen, wie eine grundsätzlich leistungsfähige mittelständische Schifffahrtsbranche der Bankenkrise und den Regulierungsauflagen zum Opfer zu fallen droht.“ ms

 

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss