Binnenschifffahrt deutlich im Plus

Wiesbaden, 13.04. – Die Binnenschifffahrt in Deutschland ist im Jahr 2010 beim Gütertransport um 12,8 Prozent gewachsen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Angaben weiter mitteilt, ist die Beförderungsmenge gegenüber 2009 um 26 Millionen Tonnen auf 229,9 Millionen Tonnen gestiegen. Damit sei der durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelöste Einbruch aber noch nicht wieder ausgeglichen. So hatte 2008 die auf deutschen Binnenwasserstraßen transportierte Gütermenge bei 245,7 Millionen Tonnen und damit fast 16 Millionen Tonnen über dem Wert von 2010 gelegen. Innerhalb der Binnenschifffahrt erzielte allerdings die Containerbeförderung Spitzenwerte. Der kombinierte Verkehr lag im Jahr 2010 bei 2 186 000 TEU (=Twenty-Foot-Equivalent-Unit/Standardcontainer) – in keinem anderen Jahr zuvor sind so viele Güter in Binnenschiffscontainern befördert worden.

Die Betrachtung nach Güterarten zeigt bei acht Abteilungen Zuwächse zwischen gut 2 Prozent (Mineralölerzeugnisse) und fast 36 Prozent (Erze, Metallabfälle). Leicht rückläufig hat sich lediglich der Transport von Steinen und Erden (- 0,9 Prozent) sowie der von Nahrungs- und Futtermitteln (- 1,4 Prozent) entwickelt. Die Ursache für die leichten Rückläufe bei der Beförderung von Steinen und Erden dürfte in der immer noch verhaltenen Entwicklung im Baubereich liegen. Absolut besonders stark gewachsen ist mit gut 9 Millionen Tonnen die Beförderung von Erzen und Metallabfällen beziehungsweise mit über sieben Millionen Tonnen die von festen mineralischen Brennstoffen, beides klassische Massengüter der Binnenschifffahrt. Grund für diese Anstiege dürfte die rasante Erholung der Montanindustrie sein. red

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss