BGL: Europaparlament verdeutlicht mit Entscheidung den Stau auf der Schiene

Frankfurt am Main, 18.06. – Die Entscheidung des Europaparlaments, auf bestimmten Transeuropäischen Schienentrassen Vorrang für den Güterverkehr vor dem Personenverkehr zu gewähren, macht die Stausituation auf der Schiene in den Augen des Verbands BGL überdeutlich. Vertreter der Bahn AG, aber auch deutsche Verkehrspolitiker weisen darauf hin, dass es jetzt zu gravierenden Benachteiligung des Personenverkehrs und auch zu Zugausfällen im Personenverkehr kommen wird. Damit ist jedermann klar geworden, dass es den Stau auf der Schiene genauso wie auf der Straße gibt. Zwar müssen sich Züge nicht am Stauende einreihen, bis sie „an der Reihe sind“, stattdessen bekommen sie einfach keinen Slot und dürfen überhaupt nicht fahren. Europäische Bahnvertreter begrüßen diese Entscheidung im Gegensatz zu deutschen Bahnvertretern. Pikanterweise sind es die gleichen Lobbyisten, die in Brüssel die Anlastung der Staukosten im Straßengüterverkehr verlangen. Die EU-Kommission und andere Verkehrspolitiker sind bisher immer davon ausgegangen, dass das Stauphänomen nur die Straße trifft. Da die belgische Ratspräsidentschaft das Thema externe Kosten der Verkehrsträger wieder auf die Tagesordnung bringt, dürfte diese interessante Erkenntnis den Weg für eine ideologiefreie verkehrspolitische Gesamtschau frei machen. Realität und Praktikabilität des EU-Binnenmarktes müssen verkehrspolitisch hinterfragt werden. Die EU ist auf Kohäsion und Zusammenwachsen der Märkte angewiesen. Dies geht eben nicht virtuell, sondern es bedarf der notwendigen „Hardware“, die im Verkehrsbereich Infrastrukturausbau heißt – soweit die Meinung des BGL. red

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