Beluga Chartering stellt Insolvenzantrag

Bremen, 16.11. – Die Nachrichten in Sachen Beluga Shipping werden einfach nicht besser: Jetzt ist bekannt geworden, dass das Hamburger Fondshaus HCI die Verträge für seine 20 Schiffe, die an Beluga verchartert waren, gekündigt. Vermutlich als Folge dessen hat die Charter-Abteilung von Beluga Shipping (sprich die Beluga Chartering GmbH) den Insolvenzantrag gestellt.Zunächst zu den Schiffen: Mit der Kündigung solle unabhängig von der Situation von Beluga Shipping der fortlaufende Betrieb der Schiffe gewährleistet werden, hieß es aus Kreisen des Unternehmens HCI Capital. Die Bereederung übernimmt künftig die Hammonia Reederei, die Befrachtung die Peter Döhle Schifffahrts-KG. Hammonia ist ein Joint Venture der HCI Capital AG, General Electric Transportation Finance und der Peter Döhle Schifffahrts-KG. Und Beluga Shipping hat statt 72 ab sofort nur noch 52 Schiffe zur Verfügung.

Nun zur Insolvenz: Nach Informationen von Radio Bremen hat nicht die Beluga Group, sprich die Muttergesellschaft, Insolvenz angemeldet, sondern lediglich der Charter-Bereich, die Beluga Shipping GmbH. Was dies nun für eine Reederei bedeutet, vermag man sich auch als Laie vorzustellen. Aus dem Hause Beluga Shipping erreichte den LT-manager auf Nachfrage nachfolgende Meldung:

Die Unternehmensleitung der Beluga Chartering GmbH („Chartering“) gibt heute bekannt, dass ihr empfohlen wurde, Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das ist heute Morgen beim Amtsgericht Bremen geschehen. Der ausschließlich auf Beluga Chartering bezogene Insolvenzantrag ist eine Folge der Aufdeckung von erheblichen Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität, über die schon zuvor die entsprechenden Behörden in Kenntnis gesetzt worden waren. Die Muttergesellschaft der Beluga Chartering GmbH, die Beluga Group („Beluga“), und andere wesentliche Tochtergesellschaften betrifft das Insolvenzverfahren nicht. Beluga bestätigt ausdrücklich, dass die wichtigsten Stakeholder weiterhin konstruktive Gespräche führen, um eine gemeinsame Lösung für Beluga zu erzielen.

Und Niels Stolberg? Der hat am Morgen des 16. März in Bremen bei der Staatanwaltschaft offenkundig ausgesagt – in Beisein seines Anwalts. Öffentliche Kommentare gab es keine. ms


Siehe auch: Oaktree Capital will an Niels Stolberg Privatvermögen

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss