AEB-Fachforum erfolgreich

Stuttgart, 03.11. – Spannende Vorträge in einer außergewöhnlichen Location, mehr als 200 Besucher – das Fachforum des Software-Unternehmens AEB war ein voller Erfolg. Und zu lachen gab es auch etwas.

Zur Veranstaltung – zu der nicht nur Kunden des Unternehmens erschienen waren – hatte AEB ins Terminal 1 West (auch Terminal 0 genannt) des Stuttgarter Flughafens eingeladen. Wo normalerweise Reisende ihr Gepäck aufgeben, also in der Abflughalle des Terminals, fanden die Hauptvorträge statt. Eine ebenso anregende wie ungewöhnliche Location. Nach drei Beiträgen am Vormittag standen zunächst Workshops mit sieben verschiedenen Themen auf der Tagesordnung.

Der LT-manager pickte sich den Vortrag zum Thema „Bekannter Versender – Ein neuer Status für mehr Sicherheit in der Luftfracht – Verbindung zum AEO“ heraus und traf auf einen besorgten Referenten. Denn Christian Kaufmann, verantwortlich für das Geschäftsfeld Unternehmenssicherheit bei der TÜV Hessen Consulting GmbH, kommentierte die aktuellen Jemen-Schlagzeilen ganz nüchtern: „Ich habe auf solche Ereignisse leider nur gewartet“.

Kaufmann, der sich nach eigenen Angaben in der Lage sieht, Plastiksprengstoff so im Flugggepäck zu verstecken, „dass ihn niemand findet“, hielt glücklicherweise auch weniger aufregende Facts bereit: So würden sich derzeit beim Luftfahrtbundesamt mehrere tausend Anträge von Unternehmen stapeln, die „bekannter Versender“ werden wollen, um damit aufwändige und langwierige Kontrollen ihrer Luftfracht zu umgehen. Diese Anträge werden aktuell von knapp drei Mitarbeitern betreut. Ende des Jahres will das Innenministerium 20 Mitarbeiter zur Unterstützung an das Luftfahrtbundesamt ausleihen. Externe Prüfer, sogenannte „Independent Validators“, werden erst für das dritte Quartal 2011 dank einer aufwändigen Zulassungsprozedur ins Geschehen eingreifen können.

Kaufmann schätzt die Kosten für eine Röntgenkontrolle einer Luftfracht auf 15 bi 30 Cent pro Kilo Fracht. Hinzu komme die zeitliche Verzögerung, denn Röntgen-Geräte für Fracht gebe es noch nicht wirklich zahlreich. Dennoch sei der eingeschlagene Weg der richtige, denn es glte auf alle Fälle die Gefahr durch sogenannte USBVs (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen – es lebe die deutsche Bürokratie und ihr Erfindungsreichtum bei Abkürzungen!) so weit wie möglich zu minimieren.

Nach den Workshops überzeugte Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Bretzke (Barkawi Management Consultants) einmal mehr mit einem ebenso eloquenten wie intellektuellen Vortrag über die „Visibilität in logistischen Netzwerken“. Bretzke lieferte den zahlreichen Praktikern unter den Zuhörern in kompakter Form eine anmutige theoretische Grundlage für ihr tägliches Ringen um möglichst effektive Supply Chains. Hier war mitdenken durchaus angesagt, wenngleich am Ende der Vortragende charmant tiefstapelte: „Logistik ist 50 Prozent common sense, wenngleich auf hohem Niveau, die anderen 50 Prozent sind IT.“

Das dachte sich auch der „Überraschungsgast“ im Vortragsprogramm, der Zukunftsforscher Dr. Hubert Steinfeld vom weltbekannten Institut für Logistikprozessoptimierung (ILPO) im nicht minder weltbekannten Bad Lippspringe. Steinfeld, in Wirklichkeit eine Figur eines Kölner Comedians, brachte die Anwesenden zum Lachen – ein guter Abschluss des theoretischen Teils. Am Abend standen Führungen am Stuttgarter Flughafen, ein Galadinner und die Verleihung des AEB-Kundenawards (wir berichten am 05.11.) im Mittelpunkt. Nach diesem spannenden Tag kann man sich als Teilnehmer also nur wünschen, dass AEB auch nächstes Jahr wieder unter die Kongress-Organisatoren gehen wird. ms


Siehe auch: AEB-Kundenaward für ERBE Medizintechnik (04.11.)

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss