6+10=5: Reederei Hapag-Lloyd fusioniert mit UASC

uasc-containers-346Hamburg/Dubai, 29.06.2016 – Die sechstgrößte Reederei weltweit, Hapag-Lloyd, hat die Fusion mit der Nummer zehn der Welt, der United Arab Shipping Company (UASC), bekannt gegeben. Damit entsteht nach der Fusion die fünftgrößte Reederei weltweit; den größten Einzelanteil an ihr hält künftig die ehemalige UASC.

Konkret erhalten die Araber 28 Prozent der fusionierten Reederei, bei Hapag-Lloyd verbleiben 72 Prozent der Anteile. Der Aufsichtsrat der Hamburger hat den Deal bereits genehmigt, die Generalversammlung der UASC wird am 29. Juni aller Voraussicht nach zustimmen. Hapag-Lloyd und UASC werden gemeinsam eine Flotte von eigenen und gecharterten Schiffen mit einer Gesamtkapazität von 1,5 Millionen TEU auf Fahrt bringen. Auf dem Gesamtmarkt läuft dies trotz der Armada von 225 Schiffen auf einen Marktanteil von rund sieben Prozent heraus. Marktführer Maersk ist aber immerhin in Reichweite und kommt derzeit auf einen Marktanteil von 15 Prozent.

 

UASC wurde 1975 gegründet und vereint seitdem die Schiffahrt der Golfstaaten Kuweit, Bahrein, Katar (51,3%), Irak, Saudi-Arabien (35%) und der Vereinigen Arabischen Emirate. Die Flotte von UASC umfasst rund 40 eigene sowie 28 gecharterte Schiffe. Unter den eigenen befinden sich unter anderem sechs Schiffe der 18.000 TEU-Klasse, die man bei Hapag-Lloyd bislang nicht findet.

Vor der Fusion sieht die Aktionärsstruktur der Hapag-Lloyd wie folgt aus:

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Es wird erwartet, dass die Nebenabkommen der Aktionäre von UASC und Hapag-Lloyd in den kommenden zwei Wochen fertig verhandelt werden und dann die neue Aktionärsstruktur der fusionierten Reedereien feststeht. Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben-Jansen gelingt mit dem Deal bereits die zweite Fusion während seiner Amtszeit: Vor eineinhalb Jahren vollzog Habben-Jansen die von seinem Vorgänger Michael Behrendt angeleierte Fusion mit der chilenischen Reederei CSAV. Allgemein gilt die Strategie, den sinkenden Frachtraten und der Überkapazität auf dem Markt mit Zusammenschlüssen und Kooperationen zu begegnen, als aussichtsreich und Mittel der Wahl. ms

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Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss