2010: Containerverkehr plus 10 Prozent

Wiesbaden, 14.04. – Im Jahr 2010 nahm nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) der Seegüterumschlag deutscher Häfen um fünf Prozent zu, der Containerverkehr sogar um über 10 Prozent. Mit diesem Anstieg ist der infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise erfolgte Einbruch des Seeverkehrs aber noch nicht wieder ausgeglichen. Die im letzten Jahr in den deutschen Seehäfen erzielte Umschlagsmenge von 276 Millionen Tonnen liegt zwar 13,1 Millionen Tonnen über der von 2009, aber immer noch 44,6 Millionen Tonnen unter dem Güterumschlag von 2008. Wesentlich getragen wird der Aufschwung des Seegüterumschlags durch den Empfang aus dem Ausland, der mengenmäßig bedeutendsten Verkehrsbeziehung. Von ausländischen Häfen wurden 11 Millionen Tonnen Güter mehr per Seeschiff nach Deutschland befördert als im Jahr davor. Dies entspricht einem Zuwachs von 7,0%. Weniger stark zugenommen hat 2010 der Versand ins Ausland (+ 2,7%). Trotz des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs sogar rückläufig entwickelt hat sich der mengenmäßig unbedeutende Seeverkehr zwischen den deutschen Häfen (- 9,0%).

Die Betrachtung nach Güterarten zeigt im Jahr 2010 stark unterschiedliche Entwicklungen. Die Veränderungen reichen von einem weiterhin sehr starken Rückgang von 15,1% bei Mineralölerzeugnissen bis zu einem Plus von 33,0% bei Erzen und Metallabfällen. Die Abnahme bei den Mineralölerzeugnissen dürfte auf die Schließung einer der größten deutschen Raffinerien in Wilhelmshaven zurückzuführen sein, der Zuwachs bei Erzen und Metallabfällen auf die rasante Erholung der deutschen Montanindustrie. Der Umschlag von anderen Halb- und Fertigerzeugnissen hat um 10,9% zugenommen. Diese Güter werden überwiegend in Containern befördert. red

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